Software soll kriminelle Mails durch Frühwarneinrichtung abfangen
Banken rüsten sich gegen kriminelle E-Mail-Flut

Nach dem dramatischen Anstieg betrügerischer E-Mails beim Online-Banking rüsten sich die Banken mit Gegenmaßnahmen. "Wir haben in einem ersten Pilotprojekt gemeinsam mit drei Banken inzwischen die Arbeit aufgenommen", sagte der Karlsruher Sicherheitsexperte Christoph Fischer.

HB HAMBURG. Ein spezielles Softwaresystem soll künftig die kriminellen Mails durch eine Frühwarneinrichtung abfangen. Das System sei bereits einsatzfähig und werde rund um die Uhr betreut, sagte Fischer.

Die Computerkriminalität im Bereich Online-Banking hat in jüngster Zeit dramatisch zugenommen. Meist handelt es sich dabei um so genannte Phishing-Mails. Dabei werden die Adressaten mit täuschend echt aufgemachten Nachrichten hinters Licht geführt und zum Beispiel aufgefordert, ihre Kontoverbindungen zu bestätigen und ihre persönlichen Daten anzugeben. Tatsächlich landet der Kunde aber auf einer gefälschten Kopie der Originalseite. Mit den geklauten Daten versuchen die Betrüger, Auslandsüberweisungen durchzuführen.

"Inzwischen sind die so gut, dass man kein Trottel mehr sein muss, um darauf hereinzufallen", sagte Fischer. Selbst Experten könnten die Fälschungen oft nicht erkennen. "Vor allem die perfekt gemachten deutschsprachigen Phishing-Mails machen uns natürlich Sorgen." Bei den Tätern handele es sich mit großer Wahrscheinlichkeit nicht um normale Hacker. "Der Mechanismus ist dafür viel zu professionell." Die Experten gehen davon aus, dass es sich um organisierte Kriminalität handelt. Innerhalb von nur sechs Wochen wurden bereits sieben entsprechende Attacken registriert. "Wir konnten dabei nachweisen, dass es immer die selben Urheber waren". sagte Fischer.

Die BFK edv-consulting Gmbh hat nun gemeinsam mit drei Banken und dem britischen Unternehmen Cogenta ein technisches Gegenmittel entwickelt. Durch das Frühwarnsystem könnten die Banken zügig reagieren und sofort die mit den Fälschungen verknüpften Seiten sperren, sagte Fischer. Erst vergangenen Donnerstag hatten der Bundesverband deutscher Banken (BdB) sowie der Deutsche Sparkassen- und Giroverband (Dsgv) ihre Kunden zur Vorsicht aufgerufen. Niemals würde eine Bank oder Sparkasse seine Kunden per E-Mail auffordern, vertrauliche Daten preiszugeben, hieß es bei den Verbänden.

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