Software verknüpft künftig Audio- und Videogeräte einfach über das Hausnetz
Videorecorder spielt auch MP3-Musik ab

Der Gerätepark für Audio- und Videospaß in den Haushalten wächst rasant: digitale Kameras und Videorekorder, MP3- Player und Set-Top-Boxen gehören ebenso dazu wie Spielekonsolen. Schnell hat sich eine Menge von Audio- und Videodaten angesammelt, die auf mehreren, vielfach nicht kompatiblen Geräten gespeichert ist.

hsn DÜSSELDORF. Forscher des Berliner Fraunhofer-Instituts für Offene Kommunikationssysteme (Fokus) haben eine Software entwickelt, die es ermöglicht, gespeicherte Filme, Bilder und Musik künftig über ein Datennetz auf allen Geräten im Haus abzuspielen.

„Wenn ich am PC sitze und in einer kreativen Pause Musik hören will, die auf dem MP3-Player im Wohnzimmer gespeichert, ist das künftig kein Problem“, sagt Fokus- Forscher Christian Gran. „Der PC holt sich das Stück über das Datennetz und könnte auch auf ein Video von der Set-Top-Box oder auf Fotos aus der Digitalkamera zugreifen.“ Wie das funktioniert, zeigen die Forscher in der nächsten Woche auf der Fachmesse für Hausvernetzung „E-Home“ in Berlin.

Basis für den Datenaustausch ist der so genannte „UPnP“(Universal Plug and Play)-Standard. Die Idee ist, dass Computer, Fernseher, Multimedia- und Haushaltsgeräte sich ohne aufwendige Konfiguration durch den Nutzer automatisch erkennen, miteinander kommunizieren oder Daten austauschen – einfach anschließen und abspielen.

Erste Geräte, mit der Datenschnittstelle sind inzwischen auf dem Markt. „Wir haben nun eine UPnP-Software entwickelt, mit der die neuen Geräte über das Hausnetz kommunizieren können“, sagt Gran. Das nur 100 bis 150 Kilobyte-große Programm sorgt dafür, dass Dateiformat und Abspielgerät zusammenpassen. Die Software gibt es in zwei Versionen, einmal für Hersteller von Unterhaltungselektronik, die das Kommunikationsprogramm an ihre Bedürfnisse anpassen und ihre Geräte integrieren können, und als Multimediaserver für PCs, mit denen private Nutzer den Datenaustausch über die Hausvernetzung organisieren können.

Das Interesse an dem Programm sei seitens der Gerätehersteller groß. „Wir sind zurzeit mit einigen Großen der Branche in Verhandlungen“, sagt der Fokus-Forscher. Das Programm für den PC wird über die Internetseite des Spin-off-Unternehmens TwonkyVision vertrieben.

Mit der neuen Technik können in Zukunft aber nicht nur die Geräte in einem Haus miteinander vernetzt werden, sondern auch verschiedene Heimnetze via Internet miteinander Daten austauschen. Dafür entwickeln die Fokus-Forscher schon heute ein Home-to-Home-Gateway. Multimedia-Geräte lassen sich dann von anderen UPnP-Netzen aus fernsteuern. „Wenn ich also meine Freunde besuche und sie wollen plötzlich doch die Bilder aus dem letzten Urlaub sehen, nutze ich einfach die Geräte dort und hole die Bilder auf diesem Weg vom Server“, wirft Christian Gran einen Blick in die Zukunft.

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