Software zum Risikomanagement
Frühwarnsystem für Banker

Die Mitarbeiter der Deutschen Industriebank hätten eigentlich vor den Risiken der Geschäfte am amerikanischen Hypothekenmarkt gewarnt sein sollen. Die Bank setzt wie die meisten anderen Institute Software ein, um die Risiken bei der Vergabe von Krediten oder beim Handel mit Forderungen zu bewerten. Dass die Banker trotzdem nicht sicher waren, liegt nicht an der Technik.

HAMBURG. Dass die Banker nicht besser gewappnet waren, liegt nach Ansicht von Experten nicht an der Technik, sondern an Schwächen bei der Implementierung und der Nutzung der Softwarelösungen. Um in Zukunft besser gerüstet zu sein, müssten die Systeme gezielter mit Informationen gefüttert und besser in die Prozesse der Banken integriert werden, so ihr Rat.

So gut wie alle Banken in Deutschland setzen Software ein, um die Risiken bei der Vergabe von Krediten oder beim Handel mit Forderungen zu bewerten. "Die Risikolandkarte ist so komplex geworden, dass sich niemand mehr nur auf sein Bauchgefühl verlassen kann", sagt Frank Romeike, Geschäftsführer des Wissensportals RiskNet in Oberaudorf im bayerischen Inntal. Mit software-gestützten Risikoanalysen entscheiden die Institute nicht nur über die Kreditvergabe, sondern auch, wie viel Geld in welchen Geldautomaten gefüllt wird oder zu welchem Preis sie Schuldverschreibungen aus dem Ausland ankaufen.

Das Geschäft mit den sogenannten Asset Backed Securities hatten unter anderem der IKB und der Sächsischen Landesbank hohe Verluste beschert. Eigentlich hätten die Manager dieser Bankhäuser wissen können, wie unsicher diese Geschäfte sind. Vor allem in den Jahren 2003 und 2004 haben die Banken in Deutschland angesichts zunehmender Compliance-Verordnung wie dem Sarbanes Oxley Act oder den Basel II-Vorschriften massiv in Comptuertechnik investiert, die das Abschätzen von Risken erleichtern sollte.

Business Intelligence-Lösungen (BI) sind inzwischen in die allermeisten Risikomanagementsysteme der Banken integriert. Durch sie ist es möglich, Daten aus unterschiedlichen Quellen zu erschließen, mithilfe statistischer Analysen zu bewerten und optisch aufzubereiten. "Wir holen die Informationen aus unterschiedlichen Datentöpfen und strukturieren sie so, dass man damit etwas anfangen kann", sagt Uwe Jürgens, Manager der Branche Banken beim BI-Softwareanbieter SAS Institute Deutschland. Die Investment Banking-Abteilung von Unicredit - die ehemalige Unternehmensgeschäftseinheit der Hypovereinsbank - nutzt Informationen aus 90 Datenquellen, um abzuschätzen, wo die Chancen und die Risiken bei der Vergabe von Unternehmenskrediten und dem Handel mit diesen Forderungen liegen. Bei der Dresdner Bank fließen Daten aus mehr als 50 Quellen in die Kreditprüfung ein. Nach Auswertung aller Daten stellt die BI-Software den Bankern eine sogenannte Auffälligkeitskennzahl zur Verfügung, mit der Risiken bewertet werden.

Seite 1:

Frühwarnsystem für Banker

Seite 2:

Seite 3:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%