Softwarekonzern präsentiert sich angriffslustig
Oracle „wächst schneller als SAP“

Larry Ellison, Chef des US-Softwarekonzerns, hat eine weitere Million Aktien verscherbelt. Seit September verkaufte er Aktien seiner Firma im Werte von über einer Milliarde Dollar. Sollte das Anleger misstrauisch machen? Die Ergebnisse für das zweite Geschäftsquartal von Oracle geben Entwarnung.

In dem am 30. Oktober abgelaufenen Quartal steigerte der Softwarekonzern seinen Umsatz gegenüber dem Vorjahr um 28 Prozent auf 5,3 Mrd. Dollar. Der Reingewinn nahm gleichzeitig um 35 Prozent auf 1,3 Mrd. Dollar oder 25 Cent pro Aktie zu. Ohne Einmalposten betrug der Gewinn sogar 31 Cent pro Aktie. Diese Zahlen lagen deutlich über den Erwartungen der Analysten, die im Schnitt mit 5,04 Mrd. Dollar Erlösen und 27 Cent Gewinn vor Bereinigung gerechnet hatten.

Oracles Softwareerlöse stiegen um 29 Prozent auf 4,2 Mrd. Dollar, Einnahmen aus neuen Lizenzen, ein Indikator für die künftige Geschäftsentwicklung, legten dabei um 38 Prozent auf 1,7 Mrd. Dollar zu. Die Einnahmen aus Dienstleistungen steigerten sich um fast ein Viertel auf 1,2 Mrd. Dollar. "Wir wuchsen erneut schneller als SAP", sagte Finanzchefin Safra Catz und laut Chief Executive Ellison nahm Oracle bei Datenbank-Software und bei so genannter Middleware, die verschiedene Anwendungen miteinander verbindet, IBM Marktanteile ab.

Die Ergebnisse von Oracle wurden nicht nur wegen der massiven Verkäufe von Ellison mit Spannung erwartet. In Milliardentransaktionen verleibte sich der Konzern in den vergangenen Jahren mehr als drei Dutzend Firmen ein. Zu der von Haus aus schwierigen Integration weit verzweigter Softwareprogramme kamen jüngst Zweifel im Zusammenhang mit der Subprimekrise.

Zu Oracles Kunden gehören zahlreiche Banken und andere Finanzinstitute, die zum Teil Milliarden abschreiben müssen. Pessimisten befürchten, dass das die Investitionen in Informationstechnologie dämpfen könnte. Die über Erwarten guten Ergebnisse ließen den Oracle-Kurs im nachbörslichen Handel kräftig um 3,1 Prozent steigen.

Quelle: Handelsblatt
Jens Eckhardt
Handelsblatt / Korrespondent
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