Softwareriese dokumentiert mit einer Werbekampagne, dass er Linux erst nimmt
Microsoft zeigt Respekt vor Linux

Dass Linux zu einem ersten Konkurrenten erwächst dokumentiert Microsoft jetzt auf eine ganz spezielle Art: Durch eine weltweite Werbekampagne.

hiz DÜSSELDORF. Ist das kostenfreie Betriebsystem Linux wirklich billiger als Windows? Ist der Unix-ähnliche Emporkömmling wirklich reif für den Einsatz in Verwaltung und Unternehmen? Glaubt man den Aussagen des Softwaregiganten Microsoft, so hat der verantwortungsbewusste IT-Chef keine andere Wahl als sich für die Produkte aus der Windows-Welt zu entscheiden. Die Microsoft-Kampagne wird in den USA achtzehn Monate lang in Computermagazinen und auf Webseiten laufen.

Unter dem Motto "Get the Facts on Windows and Linux" verweist die Werbung auf hauseigene Webseiten, in denen unter anderem eine von Microsoft in Auftrag gegebene Studie zu finden ist, der zufolge eine Server-Lösung mit Windows im Betrieb insgesamt billiger ist als das Linux-Pendat. Mit dieser Kampagne nimmt Microsoft erstmals offen den Kampf gegen das freie Betriebsystem auf. Die Argumentation läuft darauf hinaus, dass der Erwerb von Linux zwar kostengünstiger sei, die Gesamtkosten dieses Systems jedoch höher seien als bei einer Windows-Lösung, begründet durch Schulung, Support und Integration.

Was in den Begründungen nicht aufgeführt wird, ist die Tatsache, dass an Schulen und Universitäten Linux zum Alltag gehört und so für die Unternehmen geschulter Nachwuchs aus den Bildungseinrichtungen nachkommt. Die aktuelle Aktion bezieht sich zwar zunächst nur auf die zentralen Rechner in Unternehmen, aber bei wachsender Verbreitung ist damit zu rechnen, dass Linux auch auf immer mehr Arbeitsplatzrechnern auftauchen wird, auf denen Microsoft derzeit fast Monopolist ist.

Für Händler, die sowieso mit minimalen Margen arbeiten, wäre der heutige Zwang, eine Windows-Lizenz mitzuliefern, hinfällig. Die gesparten Gebühren verbessern die Konkurrenzfähigkeit. In der Folge könnten auch die Anwendungsprogramme aus der Open-Source Szene an Bedeutung gewinnen. Diese Pakete sind zu einem Buchteil des Preises zu erwerben, der zum Beispiel für ein Office-Paket zu entrichten ist. Sollten sich solche Entwicklungen wirklich auf breiter Basis durchsetzen, ist die Monopolstellung Microsofts nicht nur bei Betriebssystemen, sondern auch bei Büroanwendungen langfristig gefährdet.

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