Sony reagiert auf Proteste von Verbrauchern
Programm entfernt geheimen Kopierschutz

Nach heftigen Protesten bietet die Musikabteilung des Sony-Konzerns jetzt ein Programm an, das einen ohne Wissen der Verbraucher auf dem PC installierten Kopierschutz wieder entfernt. Dieser Kopierschutz ist auf einigen CDs von Sony enthalten und wird auf den PC kopiert, sobald die CD ins Laufwerk eingelegt wird. Die Tarnkappen-Software kontrolliert, wie oft eine CD kopiert wird.

HB DÜSSELDORF. Der umstrittene Kopierschutz war vor einigen Tagen im Internet in die Schlagzeilen geraten. Ein Weblog-Betreiber hatte die versteckte Software auf einigen Musik-CDs der Sony-Musiksparte entdeckt. Für große Aufregung sorgte, dass die Software mit dem Namen XCP wie ein Computervirus arbeitet und sich vom Anwender unerkannt in die Tiefen des Betriebssystems einnistet.

Der Weblog-Betreiber kritisierte, dass es in den Lizenzvereinbarungen von Sony keinen Hinweis darauf gebe, was beim Einlegen der Musik-CD im Computerlaufwerk installiert werde. Es werde nicht darauf hingewiesen, dass es sich um versteckte Dateien handelt. Das Programm sei zudem auch dann aktiv, wenn keine Musik abgespielt werde und belaste damit ständig die PC-Ressourcen.

Es gab bislang keine Möglichkeit, das Programm zu entfernen. Die Kopierschutztechnik wird nach Angaben von Sony seit rund acht Monaten eingesetzt und ist auf rund 20 CDs enthalten. In Deutschland sollen mit XCP bestückte Musik-CDs allerdings noch nicht verkauft worden sein. Das Tool zur Entfernung des Kopierschutzes kann unter » cp.sonybmg.com/xcp heruntergeladen werden.

Sicherheitsexperten halten das Tarnprogrammm für potenziell gefährlich, da es auch von Personen ausgenutzt werden könnte, die Schadensprogramme zum Beispiel zum Ausspähen von Nutzerdaten auf fremden Rechnern installieren wollen. Dass dies keine Panikmache ist, zeigen Berichte von ersten Trittbrettfahrern, die die Versteckfunktion für sich nutzten. Sie wurden kurz nach Bekanntwerden der Sony-Kontroll-Software im Internet verbreitet. So sollen Anhänger des Computerspiels „World of Warcraft“ versucht haben, durch die gleichen vorgeschalteten Sonderzeichen in den Dateinamen wie bei XCP ihre Schummel-Programme zu verstecken. Nach Meinung von Experten sei es nur eine Frage der Zeit, bis sich weitaus gefährlichere Schadsoftware die XCP-Funktionen zu Nutze machen könnten.

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