Soziale Dimensionen
Yahoo will offener werden

Yahoo will sich neu erfinden - mit starker Anlehnung an soziale Netze. Wann und wie das jetzt vorgestellte neue Konzept umgesetzt werden soll, ist angesichts des Übernahmepokers mit Microsoft aber noch völlig unklar.

HB SAN FRANCISCO. Das Internetportal Yahoo will offener werden und mehr als bisher die sozialen Aktivitäten der Nutzer zum Audruck bringen. Dabei sollen auch Anwendungen von anderen Online-Diensten eingebunden werden. Dies könnte auch die Einnahmen aus der Werbung steigern. Der Start dieses „neuen Yahoo“ ist aber derzeit ebenso ungewiss wie die Zukunft des Unternehmens selbst.

Wie Yahoo bald aussehen könnte, schilderte Technikchef Ari Balogh auf einer Web-2.0-Konferenz vor mehr als tausend Zuhörern. „Wir werden die Erfahrung mit Yahoo von Grund auf verändern und überall soziale Dimensionen einführen“, erklärte er. Das neue Yahoo soll den rund 500 Millionen Nutzern weltweit eine größere Flexibilität geben, um Webseiten wie auch die Yahoo-Startseite ihren persönlichen Bedürfnissen anzupassen. Sie können dann aus einer Vielzahl von kleinen Anwendungen wählen, den sogenannten Widgets, die beliebig auf der Website verteilt und angeordnet werden.

Auch die Verbindung zu Freunden und Familie soll einfacher und schneller werden. Yahoo zeigt dann auf Wunsch Aktivitäten und Äußerungen der Online-Freunde an. Anderseits werde auch schergestellt, dass die Nutzer jederzeit die Kontrolle über ihre persönlichen Informationen behielten, versicherte Balogh. Das Konzept ist neu für Yahoo - Konkurrenten wie Google und die sozialen Netze wie Facebook und MySpace kennen das schon länger.

Wann das neue Yahoo starten soll, ist noch nicht klar. Es solle aber noch vor Jahresende losgehen, erklärte Balogh. Allerdings könnte es sein, dass Yahoo dann schon nicht mehr eigenständig ist, sondern von Microsoft geführt wird. Mehr als 44 Milliarden Dollar in Geld und Aktien hat der Konkurrent geboten. Das Angebot wurde aber von der Yahoo-Führung als zu niedrig abgelehnt. Stattdessen wird die lang versprochene neue Strategie zur Neuausrichtung des Unternehmens forciert, die den Aktionären beweisen soll, dass Yahoo eigenständig und profitabel bleiben kann. Die Einnahmen sollten 2009 und 2010 um mehr als 20 Prozent steigen, hieß es nach der letzten Quartalbilanz.

Es ist nicht Yahoos erster Versuch, von den wachsenden sozialen Netzen im Internet zu profitieren. 2005 wurde ein eigenes soziales Netz namens 360 gestartet, das sich aber nicht durchsetzte und inzwischen wieder eingestellt wurde. Auch bot Yahoo 2006 eine Milliarde Dollar für Facebook, was aber zurückgewiesen wurde. Inzwischen hat sich Microsoft mit 1,6 Prozent an Facebook beteiligt - für 240 Millionen Dollar. Und nun will Microsoft Yahoo, um dem mächtigen Online-Konkurrenten Google Paroli bieten zu können.

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