Soziales Netzwerk
Facebook unterbindet Links auf Kritiker

Für Aufregung sorgte Facebook vergangene Woche, als es den Begriff "Lamebook" sperrte. Nach einem Proteststurm der Nutzer versuchte das Unternehmen zu beruhigen: Es habe sich um ein Versehen gehandelt. Doch ein neuerlicher Fall lässt Zweifel daran aufkommen.
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DÜSSELDORF. Facebook ist längst mehr als eine Website. Laut der US-Marktforschungen von Hitwise entfällt inzwischen jeder dritte Seitenaufruf in den USA auf Facebook. Für viele ist die Online-Plattform inzwischen der zentrale Anlaufpunkt im Netz für Kommunikation und Nachrichten.

Für viele ist Facebook damit zu einem Teil des öffentlichen Raums geworden. Entsprechend groß war die Aufregung, als Nutzer bemerkten, dass sie das Wort "Lamebook" weder in privaten Nachrichten, noch auf ihrer Pinnwand oder in der Facebook-Suche verwenden konnten. Vielen Internetnutzern, die mit einigen Freunden inzwischen fast ausschließlich über Facebook kommunizieren, wurde erstmals die Macht des größten sozialen Online-Netzwerks bewusst.

Schnell versuchte Facebook nach Nutzerprotesten und Medienberichten daher auch zu beruhigen: Es habe sich um ein technisches Versehen gehandelt, der Begriff sei längst wieder frei. Die Erklärung verliert jedoch angesichts der Tatsache an Glaubwürdigkeit, dass ein weiterer Begriff, der Facebook ein Dorn im Auge ist, noch immer gesperrt ist.

Ein Leser des Blogs Netzwertig machte darauf aufmerksam, dass Facebook Links auf die Protestinitiative OpenBook unterbindet - sowohl in privaten Nachrichten als auch auf Pinnwänden. Die Seite ermöglicht es Benutzern, öffentliche Facebook-Statusmeldungen zu durchsuchen, ohne bei Facebook angemeldet zu sein. Den Machern zufolge ist das Ziel der Website, die Nutzer für den Umgang mit Daten zu sensibilisieren - vor allem dafür, dass auf Facebook öffentlich gemachte Informationen prinzipiell mit der ganzen Welt geteilt werden.

Tatsächlich lassen sich weder private Nachrichten verschicken, die die Adresse der Website enthalten, noch Pinnwandeinträge veröffentlichen, die einen Link zu Facebook-kritischen Seiten enthalten. Das Blog Netzwertig weist in diesem Zusammenhang darauf hin, dass Links auf eine vergleichbare Suchmaschine für öffentliche Status-Meldungen nicht gesperrt sind. Allerdings handelt es sich dabei auch nicht um eine Facebook-kritische Initiative. Facebook kam der Bitte um eine Stellungnahme bis zum Mittag nicht nach.

Kommentare zu " Soziales Netzwerk: Facebook unterbindet Links auf Kritiker"

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  • ich habe meine facebook Seite daraufhin sofort gelöscht. Wir brauchen nicht mehr Zensur, sondern weniger. Außerdem halte ich es für sicher, dass der CiA unberechtigterweise Zugriff auf sämtliche facebook informationen hat und diese munter auswertet.

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