Soziales Netzwerk
Facebook verschiebt den Kampf gegen Rechts

20 Internet-Plattformen - darunter MySpace, StudiVZ und Youtube - haben sich im Kampf gegen rechtsradikales Gedankengut zusammengeschlossen. Ausgerechnet das größte soziale Netzwerk fehlt, verweist auf später - und sorgt mit der Löschung einer antifaschistischen Gruppe für zusätzliche Aufregung.
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DÜSSELDORF. Über 20 große und kleine Netzwerke, darunter die VZ-Netzgruppe, MySpace, Wer-kennt-wen und Google, haben sich in der Kampagne "Netz gegen Nazis" zusammengeschlossen. Die aktuelle Kampagne wurde von der Amadeu Antonio Stiftung angeschoben, die das Informationsportal www.netz-gegen-nazis.de betreibt, sowie von der Wochenzeitung "Die Zeit".

Doch auf der Liste der Unterstützer fehlt das größte internationale Netzwerk Facebook. Ein Sprecher des US-Unternehmens begrüßte die Initiative, wollte sie jedoch vorerst nicht unterstützen. "Wir freuen uns auf eine Kooperation in der Zukunft. Momentan ist unser Unternehmen in Deutschland allerdings noch im Aufbau."

Damit deutet das Unternehmen an, in der Zukunft möglicherweise von seiner bisherigen Haltung abzurücken. In einer Auseinandersetzung mit dem US-Blog Techcrunch hatte ein Facebook-Sprecher noch im Mai 2009 ganz anders argumentiert und erklärt, die (in den USA nicht verbotene) Leugnung des Holocaust stelle keinen Verstoß gegen die Geschäftsbedingungen von Facebook dar.

Anti-NPD-Seite vorübergehend gelöscht

Etwas unglücklich für Facebook ist allerdings, dass just in diesen Tagen die Löschung der Facebook-Seite eines Anti-NPD-Blogs für Wirbel sorgt. Nach Informationen des IT-Nachrichtenportals Golem.de handelte es sich bei der Löschung nicht um ein Versehen. Unter Berufung auf Facebook-nahe Kreise heißt es, die Seite sei wegen der Ausdrucksweise von Nutzern, die zu Hass und Gewalt aufgestachelt hätten, gelöscht worden.

Facebook bestreitet das und spricht von einem technischen Versehen. "Die entsprechende Seite wurde durch ein technisches Problem versehentlich deaktiviert und ist mittlerweile wieder online", sagte ein Facebook-Sprecher auf Anfrage.

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  • Meinungsfreiheit ist also nur ok, solange sie links ist? (Und nein, ich bin kein Nazi, ich find dieses blinde Gehetze nur mindestens genau so hirnrissig wie Gespräche von einer Herrenrasse und ähnliches)

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