Soziales Rauchen
E-Zigarette mit Funkanschluss

Es gibt Produkte, die die Welt nicht braucht. Ein neues Gadget dieser Gattung: Eine elektronische Zigarette, die sich kabellos mit anderen E-Zigaretten-Besitzer verbinden kann.
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New YorkImmer wieder erfinden Menschen Dinge, die auf den ersten Blick völlig sinnlos sind. Manche haben damit sogar Erfolg – siehe Klingeltöne fürs Handy.

Jason Healy, Gründer des E-Zigarettenherstellers Blu, ist so ein Unternehmer, dessen jüngste Idee Kopfschütteln hervorruft. Eine E-Zigarette mit Datensensor hat er erfunden. Die Zigarettenschachtel erkennt andere E-Zigaretten-Raucher in der Nähe und kann sich kabellos mit ihnen verbinden. Kommen sich zwei E-Raucher mit den Plastik-Ersatz-Kippen in der Tasche auf circa 20 Meter nah, vibrieren die Packungen, und ein blaues Licht leuchtet auf - eine Art Bluetooth in der Zigarettenschachtel.

Die E-Raucher können sich so erkennen und dann zusammen rauchen – und über die Datenverbindung auch persönliche Daten wie zum Beispiel das eigene Facebook-Profil austauschen. „Soziales Rauchen im Zeitalter der sozialen Netzwerke“, umschreibt die „New York Times“ die kuriose Idee.

E-Zigaretten gibt es schon länger, in den USA sind sie seit 2006 auf dem Markt. Sie erfreuen sich in Amerika, dem Pionier-Land der Rauchverbote, wachsender Popularität unter den verbliebenen Rauchern – wenn auch noch in bescheidenem Ausmaß. Die elektronischen Stängel stoßen lediglich geruchlosen Wasserdampf aus, über den die Raucher Nikotin aufnehmen. Ein kleines Licht am Ende der Zigarette leuchtet beim Inhalieren auf. Die Hersteller behaupten, dass die elektronischen Zigaretten die Gesundheit nicht gefährden.

Dank der Erfindung der E-Zigaretten können Raucher ihrer Sucht auch dort nachgehen, wo es eigentlich verboten ist. Rauchen wird in Amerika ohnehin immer schwieriger. In New York etwa tritt in zwei Wochen ein Rauchverbot auch in Parks und an Stränden in Kraft – das Rauchen in der Öffentlichkeit wird dann quasi nur noch auf den Gehsteigen und Plätzen möglich sein . Da braucht es Umgehungs-Strategien.

Jetzt setzt Hersteller Blu noch eins drauf: Die E-Zigarette mit Sozial-Anschluss. „Man lernt mehr Leute kennen“, bewirbt Firmengründer Healy sein Produkt, es sei der „Wow-Faktor“, der die E-Zigaretten-Raucher zusammenbringt, hofft er. 80 Dollar kostet die Packung mit dem Sensor, sie dient auch als Aufladestation für die elektronischen Wasserdampf-Stängel. Die Schachtel vibriert auch immer denn, wenn in der Nähe ein Laden ist, der E-Zigaretten der Marke „Blu“ verkauft. Ab kommendem Monat gibt es sie in den USA zu kaufen. Jason Healy hofft auf den großen Erfolg.

Kommentare zu " Soziales Rauchen: E-Zigarette mit Funkanschluss"

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  • Vibrierende Zigarettenschachtel in der Hose könnten nicht nur zum gemeinsamen Rauchen animieren, sondern auch das Paarungsverhalten dieser Spezies nachhaltig verändern, was u. U. für das Freizeitverhalten nicht unbedingt von Nachteil wäre.

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