Spam-Abwehr
Fingerabdruck überführt E-Müll-Absender

Schaut man nach dem Wochenende in den elektronischen Briefkasten, sei es am Arbeitsplatz oder zu Hause, ist der meist gut gefüllt. Freilich nicht mit erwünschten Nachrichten, sondern mit News obskurer Herkunft, so genannten Spam-Mails. Auf die neuesten Tricks haben sich die Filterexperten bereits eingestellt.

DÜSSELDORF. Die Spam-Raten, also der Anteil unerwünschter Mail, liegt nach Auffassung von Experten mittlerweile bei deutlich über 80 Prozent. Im Dezember 2006 hatte das auf Spam-Abwehr spezialisierte Unternehmen Postini sogar einen Höchststand von 94 Prozent erfasst. "Das anhaltende Wachstum von Spam gefährdet die Funktionsfähigkeit der E-Mail-Kommunikation in Unternehmen", warnt Daniel Druker, Marketing-Verantwortlicher bei Postini.

Am Arbeitsplatz bekommen die Mitarbeiter glücklicherweise nicht mehr die komplette Ladung E-Müll ab. "Das würde nicht mehr akzeptiert. Unternehmen setzen auf Lösungen, die unerwünschte Post schon am Eingang zum Firmennetz aussortieren", so Olaf Lindner, Director Security Services bei Symantec. "Firmen mit bekannten Domains haben vermehrt Probleme mit der Spam-Flut", sagt Lindner.

Die Bedrohung wird auch 2007 nicht geringer. Postini erwartet einen weiteren Anstieg. Dazu trage bei, dass immer mehr Computer mit High-Speed-Internetverbindungen ausgestattet sind und von Computerschädlingen zu Teilen von Bot-Nets gemacht werden können. Das sind gekaperte und von Kriminellen ferngesteuerte Rechner-Netze, die oft wiederum zum unbemerkten Versand von Spam-Mail eingesetzt werden.

Zu neuen Trends gehört Massenmail, die statt Text immer häufiger Bilder enthält. "Spammer setzen stärker auf Individualisierung", sagt Lindner. Das soll es für Filter schwieriger machen, die Inhalte zu analysieren. Auch orientieren sich die Spammer an den Jahreszeiten. So hat zur Jahreswende ein Computerwurm E-Mails mit Neujahrsgrüßen verschickt. Allein dieser Angriff verzwanzigfachte das Spam-Aufkommen an den beiden Tagen des Neujahrswochenendes. Die Versender machten sich zunutze, dass viele Menschen Grüße mit Freunden und Familie austauschten und mit solchen Nachrichten rechneten.

Die Filterexperten haben sich auf die neuen Tricks eingestellt und ihre Lösungen mit Verfahren zur Bilderkennung ausgerüstet. Außerdem spielt die Tatsache, ob eine Mail als Massenmail identifiziert wird, bei den meisten Herstellern eine größere Rolle bei der Aussortieren des Mail-Mülls. "Wir weisen Nachrichten einen Fingerabdruck zu, den wir mit denen anderer Mails vergleichen", erklärt Michael Rudrich, leitender Techniker bei Secure Computing. Ein anderes Verfahren, das unter anderem von Secure Computing und Symantec verwendet wird, ist die Überprüfung der Reputation des versendenden Rechners.

Die Software Expurgate des Berliner Unternehmens Eleven arbeitet mit einer Freezing-Option: Ist das System unsicher, ob es sich bei einem Brief um Spam handelt, wird dessen Zustellung verzögert. Nach einem frei definierbaren Zeitraum wird die Prüfsumme einer solchen E-Mail erneut bei der Datenbank angefragt. Dann erfolgt das endgültige Sortieren. So würden gerade frühe Exemplare einer neuen Spam-Welle besser erkannt. Doch nicht nur das Aussortieren unerwünschter Post ist ein Thema für Unternehmen. Noch schlimmer als Spam am Arbeitsplatz wäre das Löschen wichtiger Mails. Symantec bietet daher eine Lösung zum regelbasierten Scannen und Ablegen der Post.

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