Entwicklerkonferenz
Apple rückt das Netz in den Mittelpunkt

Heute hat Steve Jobs wieder einen seiner großen Auftritte – und die Apple-Welt fiebert dem Ereignis entgegen. Wie Apples neuer Cloud-Dienst den Weg in die Ära nach dem PC ebnen soll.
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Trotz Krankheit lässt es sich Steve Jobs nicht nehmen, die neuesten Software-Ankündigen von Apple in San Francisco vorzustellen. Es ist der zweite öffentliche Auftritt des charismatischen Firmenlenkers seit er sich im Februar wegen seiner Krankheit aus dem operativen Geschäft des Konzerns zurückgezogen hat.

Auch wenn keine neue Hardware erwartet wird, hat Steve Jobs Spannendes im Gepäck. Jobs wird die nächste Generation der Apple-Software für iPhone, iPad und Macintosh-Rechner vorstellen – und seine Antwort auf den Megatrend Cloud Computing. Apple stellt iOS 5 vor, die neue Version des Betriebssystems für iPhone und iPad, gewährt eine weitere Vorschau auf das kommende Mac-Betriebssystem Mac OS X "Lion" und stellt seinen Internet-Dienst iCloud vor - so viel ist sicher.

Der Dienst iCloud ist Apples Antwort auf die Entwicklung, dass immer mehr Daten in das Internet wandern. Das Prinzip: Dateien wie Musik und Videos werden nicht mehr auf den Geräten selbst, sondern über einen Online-Speicher zur Verfügung gestellt. Sie sind somit überall verfügbar, so lange ein Gerät über einen Internetzugang verfügt. Dazu hat Apple ein riesiges Rechenzentrum in North Carolina aufgebaut, das doppelt so groß ist wie Apples bisheriges Rechenzentrum.

Nach einem Bericht des gewöhnlich gut informierten Apple-Bloggers John Gruber wird iCloud mehr sein als nur ein Musikdienst. Es könnte darum gehen, die iCloud als iTunes-Nachfolger zu etablieren – als die zentrale Schnittstelle für alle Apple-Geräte, über die sämtliche Daten wie Musik, Apps und Videos über alle Apple-Geräte hinweg, vom Mac bis zum iPhone, synchron gehalten werden können.

Das Netz rückt in den Mittelpunkt

Die Daten in die Wolke – also das Internet – zu verlegen, würde die Synchronisation über verschiedene Geräte vereinfachen. Bisher werden die Daten der Apple-Geräte wie iPhone, iPod und iPad zentral am PC oder Mac über iTunes abgeglichen. Damit stellt der PC oder Mac sozusagen die Zentrale der Verwaltung der Dateien dar. Mit dem Cloud-Dienst könnten die mobilen Geräte iPhone und iPad unabhängig werden von dieser Zentral-Verwaltung über iTunes.

Die von vielen Nutzern geforderte drahtlose Synchronisation der Geräte wäre Wirklichkeit. Somit müssten iPad und iPhone nicht mehr an Mac oder PC angeschlossen werden, um Dateien wie Videos und Musik zu übertragen – die Synchronisation erfolgte über die drahtlose Internetverbindung.

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  • Da stellt sich eine zentrale Frage: Wie steht es mit der Datensicherheit? Schließlich haben dann Firmen ( und auch Privatpersonen) ihre gesamten sensiblen Geschäfts- und Privatdaten ausgelagert. Hackern könnte das Eindringen noch leichter gemacht werden. Und Apple selber könnte sich als Hüter dieser Daten bedienen.
    Cloudcomputing halte ich daher für datentechnischen Leichtsinn, wenn auch von der Konzeption her schön gedacht.

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