Joint Venture
Microsoft bringt Toyota in die Cloud

Vom Auto aus die Heizung im Haus regulieren? Das soll nach den Plänen von Microsoft und Toyota bald keine Zukunftsmusik sondern Realität sein. Die Firmen investieren eine Milliarde Yen.
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San FranciscoNeue Runde im Kampf um das Internet im Auto: Microsoft und Toyota investieren insgesamt eine Milliarden Yen (ca. 8,17 Millionen Euro) in das gemeinsame Joint Venture Toyota Media Service, um kommende Generationen von Hybrid-Fahrzeugen permanent mit dem Internet zu verbinden. Erste Fahrzeuge werden bereits 2012 auf den Markt kommen, so Akio Toyoda, CEO von Toyota, in einer gemeinsamen Pressekonferenz.

Basierend auf Microsofts Azure Cloud-Technologie werden Toyota-Fahrzeuge zu „smarten Kommunikationszentralen“ für Haus und Auto. Neben intelligenten Wegen zum Energiemanagement, Navigations- und Verkehrsleit-Services werden die vernetzten Fahrzeuge Heizung, Licht oder Klimaanlage im Haus steuern können. Im Gegensatz zur aktuellen Telematik- und Internet-Hardware, die in Autos zum Beispiel im Armaturenbrett installiert ist, werden die neuen „Apps“, kleine Programme, immer aktuell aus dem Internet geladen werden. Das kann über ein angeschlossenes Smartphone oder durch integrierte Hardware im Auto geschehen.
Die Partnerschaft mit dem größten Automobilhersteller der Welt hilft Microsoft zum Konkurrenten Google aufzuholen, der ebenfalls seit geraumer Zeit versucht, seine Internetdienste von Google Maps bis E-Mail oder lokale Suche in Fahrzeugen zu integrieren. Google wird unter anderem in Fahrzeugen von BMW eingesetzt. Der Webkonzern experimentiert sogar bereits mit einem fahrerlosen Fahrzeug, der nur durch Computer gesteuert wird.

Microsoft wird seine Internet-Angebote Bing und Windows Live, von Suche bis E-Mail und Navigation und Sprachsteuerung, in die neuen Toyotas integrieren. Laut Akio Toyoda werden die Dienste zumindest zum Teil kostenpflichtig für die Autokäufer sein.

Handelsblatt-Korrespondent Axel Postinett
Axel Postinett
Handelsblatt / Korrespondent

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