Kampf in der Cloud
Apple verbündet sich mit der Musikindustrie

Google und Amazon sind mit Cloud-Musik-Services vorgeprescht - nun zieht Apple offenbar nach. Doch anders als die Konkurrenz sichert sich Apple dabei die Rückendeckung der Musikindustrie - mit Folgen für das Produkt.
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DüsseldorfApple verbündet sich mit den vier größten Musikkonzernen und macht damit den Weg für die Musik-Cloud frei: Dem Branchendienst Cnet zufolge hat der Konzern einen Vertrag mit dem Musiklabel EMI unterschrieben und nähert sich auch einem Vertrag mit der Universal Music Group und Sony. Dabei beruft sich Cnet auf anonyme Quellen. Mit der Warner Music Group ist ein entsprechender Vertrag bereits zustande gekommen, berichtete Cnet vergangenen Monat. Weder Apple noch die beteiligten Musikkonzerne wollten den Bericht kommentieren.

Musikdiensten aus der Cloud haben den Vorteil, dass der Anwender überall auf die Musik zugreifen kann, wo Internet verfügbar ist - egal von welchem Gerät. Neu gekaufte Musik wird so auf allen verwendeten Geräten automatisch synchronisiert.

Sollten sich Apple mit allen vier Musikkonzernen einige werden, hätte der Computerbauer die Unterstützung der vier größten Musiklabels der Welt - im Gegensatz zu Google und Amazon. Diese beiden bieten ihre Cloud-Musik-Services bisher ohne Zustimmung der Musikindustrie an. Die Internet-Giganten sind der Auffassung, dass sie keine Lizenz zum Speichern von Musik benötigen, die der Kunde bereits gekauft hat. Sony droht Amazon deshalb mit rechtlichen Schritten.

Funktionen, die Amazon und Google nicht bieten können

Mit dem bevorstehenden Start würde Apple als Dritter nach Amazon und Google die Ziellinie bei den Musik-Cloud-Diensten durchlaufen. Die offiziellen Lizenzen der Musikindustrie ermöglichten Apple aber einige Funktionen, die die Konkurrenz nicht anbieten könne, berichten die nicht genannten Quellen. So müssten Apple-Nutzer ihre Musik beispielsweise nicht erst auf Server hochladen. Stattdessen will Apple den Nutzer offenbar an die Hand nehmen: ein Programm könnte die Festplatte durchsuchen und so herausfinden, welche Musik der Kunde besitzt, um diese dann über einen Streaming-Service aus dem Internet bereitzustellen. Der Musikdienst Lala, den Apple im Dezember 2009 übernommen hat, verfolgte dieses Konzept.

Schon lange wird über einen bevorstehenden Cloud-Musik-Dienst von Apple gemunkelt. Im Februar dieses Jahres hatte Apple offen gelegt, dass ein in North Carolina gebautes großes Rechenzentrum für iTunes und den Cloud-Dienst "Mobile Me" gedacht sei. Es ist das zweite Rechenzentrum des Konzerns - aber fast fünfmal so groß wie der Vorgänger.

Nach Informationen des "Wall Street Journal" plant Apple den Cloud-Dienst "Mobile Me" deutlich auszubauen und erwägt, ihn kostenlos zu machen. Bei "Mobile Me" können Anwender ihre Kontakte, Daten und E-Mails über verschiedene Geräte hinweg sychronisieren.

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