Ökologie-Studie
Greenpeace lobt Google-Cloud

Wie sauber ist Cloud Computing? Die Umweltschutzorganisation Greenpeace hat bei zehn Anbietern untersucht, welchen Strommix sie nutzen. Yahoo und Google schnitten dabei am besten ab, Apple am schlechtesten
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BerlinGoogles Engagement für Windenergie lohnt sich: Die Umweltorganisation Greenpeace hat in der aktuellen Studie "How dirty is your data?" das Internetunternehmen für seine Bemühungen, Strom aus sauberen Quellen zu beziehen, gelobt. Insgesamt hat Greenpeace zehn große Internetunternehmen untersucht. 

Transparenz, Strommix, Standort 

Die Umweltschützer untersuchten für die Studie mehrere Aspekte. Neben dem Einsatz von erneuerbaren Energiequellen beurteilten sie den Bezug von Strom aus fossilen Quellen, Standortentscheidungen sowie die Transparenz der Unternehmen hinsichtlich ihres Energieverbrauchs und der Zusammensetzung des Stroms. 

In puncto Transparenz schnitt der Content-Distribution-Network-Betreiber Akamai am besten ab - mit der Note 2. Das Unternehmen veröffentlicht, wie viel Kohlendioxid pro Megabyte ausgelieferter Daten freigesetzt wird. Die meisten Unternehmen wollten sich hier jedoch nicht so gern in die Karten schauen lassen. Am schlechtesten bewertet wurde Google, Twitter und Amazon, die alle eine 6 bekamen. 

Apple, Facebook und IBM nutzen Kohlenstrom 

Amazon schnitt dafür recht gut bei der Kohleabhängigkeit ab: Der Internethändler bezieht nur 28,5 Prozent seines Stroms aus Kohlekraftwerken. Besser ist nur Yahoo mit 18,3 Prozent. Microsoft und Google folgen mit rund 34 Prozent. Gerügt wurden Apple, Facebook und IBM, die mehr als die Hälfte ihres Strombedarfs aus fossilen Quellen decken: Apple bezieht 54,4 Prozent des Stroms aus Kohlekraftwerken, Facebook 53,2 und IBM 51,6 Prozent. Der Microblogging-Dienst Twitter nutzt zu 42,5 Prozent Kohlestrom. 

Immerhin scheint IBM lernwillig: Der Chiphersteller und Google verfolgen laut Greenpeace "die besten Ansätze zur Verringerung ihres Strombedarfs aus fossilen und nuklearen Energieträgern". In die Bewertung flossen schließlich auch Entscheidungen für die Standorte von Rechenzentren ein. In dieser Kategorie schnitt Yahoo am besten ab: Das Unternehmen errichtet seine Rechenzentren laut Greenpeace häufig an Orten, wo Strom aus erneuerbaren Quellen zur Verfügung steht. Auch hier erhielt Apple eine Rüge: Der Hardwarehersteller hat ein Rechenzentrum im US-Bundesstaat North Carolina errichtet, dessen Stromnetz laut Greenpeace zu den dreckigsten in den USA gehört.

Yahoo vorn, Apple hinten 

Entsprechend schnitt Apple in der Gesamtwertung, dem Clean Energy Index, mit einer Wertung von 6,7 Prozent am schlechtesten ab. Den achten und vorletzten Platz belegte der Hardwarehersteller Hewlett-Packard (9,9 Prozent). Davor landete IBM - trotz der Bemühungen um den Ausstieg aus Kohle- und Atomstrom. Das Mittelfeld bilden Facebook (13,8 Prozent), Twitter (21 Prozent) und Microsoft (25 Prozent). Mit 26,8 Prozent landete Amazon nur knapp von Microsoft auf dem dritten Platz. Google kommt mit 36,4 Prozent auf den zweiten Platz. Den Spitzenplatz im Clean Energy Index schließlich belegt Yahoo mit 55,9 Prozent. Akamai wurde wegen fehlender Angaben zum Kohlestrom nicht gewertet.

Rechenzentren sind laut Greenpeace für 1,5 bis 2 Prozent der weltweiten Stromverbrauchs verantwortlich. Ihr Energiebedarf wachse derzeit um rund 12 Prozent pro Jahr. Das liege unter anderem an der steigende Beliebtheit von Cloud Computing. "Wir sind davon überzeugt, dass niemand durch seine Statusmeldungen auf Facebook oder durch das Hochladen seiner Bilder auf Facebook zu giftiger Kohlenasche, dem Klimawandel oder zukünftigen Atomkatastrophen wie Fukushima beitragen möchte", kommentierte Greenpeace-Sprecherin Claudia Sprinz. "Daher fordern wir die Cloud Computing-Anbieter auf, endlich auf Erneuerbare Energiequellen umzusteigen und damit eine Vorreiterrolle einzunehmen."

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