Office 365
Microsoft trägt Office-Kampf mit Google in die Cloud

Microsoft unternimmt seinen bislang größten Vorstoß in die Welt des Internets: Der Softwarekonzern wagt den letzten konsequenten Schritt für seine Cloud-Strategie und bringt seine wichtigste Software in die Wolke.
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New York/SeattleZeitenwechsel bei Microsoft: Der weltgrößte Software-Konzern bietet sein lukratives Office-Paket von Büroprogrammen seit Dienstag auch als Online-Dienst an. Mit Office 365 laufen die Programme wie der E-Mail-Dienst (Exchange/Outlook) oder die Textbearbeitung Word als Service in der Internet-Cloud statt lokal installiert auf dem Computer oder einem selbst betriebenen Server.

Mit dem Vorstoß in die Internet-Wolke kontert Microsoft den Angriff des Erzrivalen Google und begibt sich auf dessen Spielfeld: Der Internet-Konzern hatte den Office-Platzhirsch mit seinem Programmpaket Google Apps herausgefordert. Office ist neben dem Windows-Betriebssystem der wichtigste Gewinnbringer von Microsoft. Das Cloud-Modell ist grundlegend anders als die Art, auf die Microsoft bisher mit den Programmen Geld verdiente: Statt der hohen Einmalzahlung bei der Anschaffung gibt es nutzungsabhängige Entgelte oder Werbeeinnahmen.

Die Daten sind nicht auf dem eigenen Rechner gespeichert, sondern auf Servern abgelegt. „Es liegt auf der Hand, dass Microsoft dies tun musste, um weiter konkurrenzfähig mit Google zu sein“, sagte Analyst Michael Yoshikami von Ycmnet Advisors.

Konzernchef Steve Ballmer lenkt Microsoft inzwischen konsequent in Richtung Cloud-Dienste. Im Fall Office geht es jetzt aber um die wichtigste Geldquelle von Microsoft. Zuletzt steigerte die Business-Sparte, zu der auch das Office-Paket gehört, im dritten Geschäftsquartal den Umsatz um 21 Prozent auf 5,3 Milliarden Dollar. Mittlerweile wirft der Geschäftsbereich auch mehr Gewinn ab als das Betriebssystem Windows.

Office 365 gibt es in diversen Preismodellen in unterschiedlicher Zusammensetzung, wie Microsoft am Dienstag mitteilte. Das Paket für Kleinunternehmen und Selbstständige unter anderem mit den Office Web Apps und Exchange Online kostet monatlich 5,25 Euro bzw. sechs Dollar pro Nutzer. In der teuersten Zusammensetzung gibt es Office 365 für Unternehmen inklusive Desktop-Software für 22,75 Euro oder 24 Dollar pro Nutzer im Monat. Google verlangt für die Business-Variante seiner Apps vier Euro im Monat bzw. 40 Euro im Jahr (oder fünf und 50 Dollar in den USA). Für Privatnutzer sind die Programme kostenlos.

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  • Entschuldigung, aber da war Microsoft ja wohl schneller als Google! Was Google anbietet gibt es schon lang und kostenlos von MS über die ganzen live dienste. Business Ready kann man die Google Variante ja wohl nicht nennen. Da ist Office 365 schon ne andere Hausnummer für kleine oder mittelständische Unternehmen wie uns...

  • Clouds, Wolken, Seifenblasen, wer möchte damit arbeiten?
    Viele Anwendungen, wie z.B. einige große CAD Systeme können Excel nur dann nutzen, wenn es fest auf dem Rechner installiert ist, da ist kein Platz für Clouds!
    Wer auf Microsoft verzichten kann, der nutzt eben Open Source Software, wie z.B. OpenOffice...
    So einfach geht das!

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