Spiele in der Cloud
Cloud Computing bringt 3D-Hits auf betagte Rechner

Hochauflösende 3D-Spiele laufen selbst auf alten und schwachbrüstigen PCs und Macs plötzlich flüssig. Dahinter steckt nicht der neueste Durchbruch bei 3D-Grafikkarten, sondern Cloud-Technologie.
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DüsseldorfWer die neusten 3D-Grafikwunder auf seinem PC spielen will, muss regelmäßig teuer aufrüsten: Während sich Büroanwendungen auch mit schwachbrüstigen Rechnern zufrieden geben, gehören Spiele zu den leistungshungrigsten Programmen auf Privat-PCs: Viel Speicher, eine aktuelle 3D-Grafikkarte und ein leistungsfähiger Prozessor sind Voraussetzung - bisher. Cloud-Technoogie könnte das ändern.

Bei Cloud-Spielen von Onlive und Gaikai ist die Hardwareausstattung zweitrangig, denn die eigentliche Berechnung der aufwendigen 3D-Grafik findet bei den beiden Anbietern auf den eigenen Servern statt und wird dann per Internet verschickt. Das ganze funktioniert auch auf betagten PCs oder Macs. Und natürlich auf der Spielekonsole von Onlive. Die Konsole in der Größe einer Zigarettenschachtel kostet gerade einmal 100 Dollar, also ein Bruchteil der aktuellen Konsolen von Microsoft und Sony. Nur eine schnelle Breitband-Internetverbindung ist Voraussetzung.

Das Konzept passt zum derzeitigen Trend: Seit dem Siegeszug von Netbooks, iPad und Smartphones ist die Computerwelt kleiner, mobiler und stromsparender geworden. Das alles hat einen Preis: Die Geräte sind auch leistungsschwächer als Laptops, die als Desktop-Ersatz dienen wollen und dadurch so schwer werden, dass sie häufig nicht mitgenommen wurden. Cloud-Technologie löst dieses Dilemma: Die Berechnungen von Anwendungen werden einfach auf den Servern des Softwareanbieters ausgeführt, wodurch der Akku der mobilen Geräte geschont wird.

Onlive und Gaikai wählen dazu jeweils etwas andere Ansätze: Bei Gaikai läuft das Spiel geräteunabhängig im Browserfenster. Die Spiele sollen ohne Installation kostenlos gespielt werden können. Finanzieren will sich das Unternehmen über Werbung, kostenpflichtige Zusatzdienste oder dem Verkauf von Vollversionen. Dazu hat sich das Unternehmen einen mächtigen Verbündeten ins Boot geholt: Die weltweit größte Spieleschmiede Electronic Arts arbeitet mit Gaikai zusammen. Sie ist für Spiele-Bestseller wie "Die Sims 3" und "Medal of Honor" verantwortlich. Zu Beginn sollen die Webapplikationen vor allem ein kostenloses Hereinschnuppern in die Spiele ermöglichen - ohne Installation.

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