Vint Cerf: Netzpionier hält Cloud-Dienste für nutzlos

Vint Cerf
Netzpionier hält Cloud-Dienste für nutzlos

Man kann Daten in Clouds lagern, sie aber nicht wieder herausholen, sagt Netzpionier Vint Cerf. Die Wolken taugten nichts, da sie nicht miteinander redeten.

Cloud, englisch für Wolke, darf getrost als das derzeitige Modewort des Internets gelten. Die Cloud gilt als wichtiger Schritt hin zu einer digitalisierten Welt und als großartiges Geschäftsmodell, denn jeder kann Unmengen von Daten in ihr speichern und verarbeiten lassen. Google,Microsoft, Amazon – alle großen Netzfirmen bieten Clouddienste an, Millionen Menschen vertrauen ihnen und lagern dort Bilder, Musik, Filme, E-Mails und andere private Informationen. Auch viele Firmen setzen längst auf die Wolke und lagern Teile ihres Firmenwissens dorthin aus.

Dabei ist die Cloud alles andere als ausgereift. "Die Rechnerwolken sind heutzutage ungefähr so weit, wie es die Netzwerke 1973 waren." Diesen Satz sagte Vint Cerf am Donnerstag in Berlin und meinte damit, dass die Dienste im Moment noch unpraktisch, wenn nicht gar nutzlos sind.

Cerf, mit vollem Namen Vinton Gray Cerf, gilt als einer der Begründer des Internets, denn es basiert bis heute auf TCP, einem Protokoll für die Datenübertragung, das er gemeinsam mit mehreren anderen 1973 entwickelt und im Jahr darauf veröffentlicht hat.

Bislang gab es bei Rechnerwolken vor allem Bedenken wegen der Sicherheit und wegen des Datenschutzes – und weil nicht ganz geklärt ist, wem die Dinge eigentlich gehören, wenn sie in irgendeinem Netzwerk abgelegt sind.

Cerf fügt dieser Debatte nun einen neuen und, wie es sich für einen Ingenieur gehört, technischen Punkt hinzu: Er sagt, die derzeit betriebenen Rechnerwolken hätten einen  entscheidenden Mangel: Einmal dort eingegebene Daten ließen sich kaum wieder herausholen, geschweige denn auf andere Systeme übertragen.

Das klingt zunächst seltsam, wird aber klarer, wenn man sich vorstellt, um welche Datenmengen es im Zweifel geht. Cerf selbst nutzte als Beispiel die Menge von einem Petabyte. Das sind eine Million Gigabyte. Das klingt zwar nach viel, ist es aber nicht, wenn man sich vorstellt, was wir in den kommenden zwei, drei oder vier Jahren alles an Daten in die Wolke hochladen werden, ob sie nun Flickr, Youtube oder anders heißt.

Wer das aber getan hat, wird feststellen, dass er an seinen Cloudanbieter gebunden ist. Denn es wird teuer, die Daten wieder aus dem Netz zu holen und auf einem privaten Rechner zu lagern. Festplatten mit einer Kapazität von einem Terabyte kosten derzeit 50 bis 100 Euro. Auch wenn ihr Preis weiter sinkt, die Datenmenge in der Wolke wächst schneller.

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