Speicherungsverfahren mit großer Informationsdichte
Kleine Speicher mit riesiger Kapazität

Wissenschaftler haben einfach zu produzierende Massenspeicher entwickelt, die 80 DVDs auf der Fläche einer Ein-Euro-Münze speichern können.

hiz DÜSSELDORF. Im Rahmen einer internationalen Zusammenarbeit zwischen der Universität Bayreuth und der amerikanischen University of Massachusetts wurde ein Speichermedium für digitale Daten entwickelt, das eine extrem hohe Speicherdichte aufweist. Wie die Zeitschrift Nature in ihrer März-Ausgabe berichtet, ist an der Universität Bayreuth in der Gruppe von Dr. Alexander Böker am Lehrstuhl für Physikalische Chemie in Kooperation mit Prof. Thomas P. Russell in Boston ein Verfahren entwickelt worden, das es erlaubt, Speichermedien mit einer Informationsdichte von 90 GB/cm² herzustellen.

Der Datenhunger privater Anwender und in Firmennetzen ist ungebremst. Um die stark ansteigenden elektronischen Datenmengen durch Datenbanken, Musikfiles oder Filme zu bewältigen, sind immer schnellere und leistungsfähige Speichermedien notwendig.

Der konventionelle Schritt ist die Vergrößerung der Kapazität der heute üblichen magnetischen Datenträger. Das neue Verfahren der Wissenschaftler basiert auf der Nutzung von Zweikomponentenkunststoffen, so genannten Diblockcopolymeren, die aus Polystyrol und Poly(2-vinylpyridin) bestehen. Diese Kunststoffe bilden eine regelmäßige Struktur aus winzigen Zylindern, deren Durchmesser gerade mal 15 Nanometer misst - 10 000-mal dünner als ein menschliches Haar. Die winzigen Säulen stehen in einem Abstand von 48 Nanometern in einer Polystyrolmatrix. Gemischt werden die Strukturen mit 4 Nanometer großen Nanoteilchen, die fluoreszierend oder magnetisch sind. Zusammen wird alles auf ein Trägermaterial gebracht und für zwei Tage auf 170 °C erhitzt.

Dabei dotieren die Nanoteilchen die Zylinder und richten sich mit ihrer Längsachse senkrecht zum Trägermaterial aus. Nach Aussagen der Wissenschaftler handelt es sich hierbei um die erste bekannte symbiotische Selbstordnung in einem synthetischen Materials.

Nach Abschluss des Prozesses können Mittels magnetischer Adressierung Daten mit bisher unerreichter Dichte in die Polymerstruktur eingeschrieben und ausgelesen werden. Wenn diese wissenschaftlichen Erkenntnisse erst mal in die Entwicklung von Produkten einfließen und geeignete Ansteuerelektroniken entwickelt worden sind, könnten die Ergebnisse kostengünstige Nachfolger der konventionellen Festplatten sein.

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