Spezialisierte Unternehmen wie Adva und der Blackberryhersteller RIM wachsen stark
Telekom-Nischenanbieter trumpfen auf

Größe ist nicht alles - es sind derzeit vor allem die kleineren und spezialisierten Unternehmen in der Telekommunikationsbranche, die dynamisch wachsen. Dies gilt beispielsweise für den Netzausrüster Adva Optical Networking und für den kanadischen RIM-Konzern, den Hersteller des mobilen E-Mail-Maschine Blackberry.

slo HANNOVER. RIM will in diesem Jahr die Zahl seiner Kunden unter den Mobilfunkbetreibern auf 200 verdoppeln und auf diese Weise seine Umsatzzuwächse im dreistelligen Prozentbereich halten. "Es gibt noch viele Möglichkeiten, um unser Wachstumstempo beizubehalten", sagte RIM-Vorstand Larry Conlee dem Handelsblatt: "Es gibt immer noch mehr Mobilfunker, die noch nicht mit uns zusammenarbeiten, als solche, die schon unsere Kunden sind."

Mit einem Umsatzplus von bis zu 23 Prozent und damit deutlich mehr als die Branche rechnet auch der Telekomnetzausrüster Adva Optical Networking. "Der Markt wird jetzt verteilt, und wir werden uns mit aggressiven Preisen einen großen Teil des Kuchens holen", sagt Adva-Chef Brian Protiva dem Handelsblatt.

Insgesamt erwarten Analysten im Geschäft mit Netztechnik dieses Jahr einen Zuwachs von fünf Prozent. Ein leicht höheres Plus sagen sie Handy-Herstellern voraus. Dass RIM und Adva dies deutlich toppen, liegt vor allem daran, dass sie einen technologischen Vorsprung bei speziellen Produkten haben, mit denen Kunden ihre Umsätze ankurbeln können.

Adva ist in Europa führend, wenn es um optische Netze in städtischen Ballungsräumen geht. Diese werden derzeit aufgerüstet, um mehr Kapazitäten und höhere Geschwindigkeiten für die Übertragung von Daten- und Unterhaltungsdiensten anzubieten. So wollen Kunden wie Telecom Italia mit einer Kombination aus Telefon, Internet und Fernsehen ihre Umsätze steigern und haben unter anderem bei Adva Netztechnik bestellt. Das treibt zwar die Adva-Erlöse an, drückte aber im abgelaufenen Quartal die Margen: "Es gibt gewisse Schlüsselprojekte, in die wir mit strategischen Preisen einsteigen", sagt Protiva. "Da die Projekte über ein paar Jahre laufen, holen wir die Margen schnell wieder zurück."

Auf Grund der verstärkten Investitionen ins Festnetz gehen einige Analysten inzwischen davon aus, dass der Markt für Festnetztechnik dieses Jahr stärker zulegt als der Markt für Mobilfunknetze.

Auch RIM trägt mit seinen Geräten dazu bei, dass Netzbetreiber ihre Umsätze steigern können. Denn wer einen Blackberry - eine Kombination aus Handy und Minicomputer - nutzt, hat in der Regel eine höhere Monatsrechnung als ein ordinärerer Mobiltelefonierer. Experten der Unternehmensberatung Arthur D. Little sehen daher in Geräten wie den Blackberries einen der großen Wachstumstreiber der Mobilfunkbranche. Daher dringen auch andere Hersteller in dieses Marktsegment vor. "Konkurrenz und mehr Wünsche und Anforderungen von Seiten der Mobilfunknetzbetreiber führen bei uns zu einem gewissen Druck, Kosten zu senken", sagt RIM-Vorstand Conlee.

Doch auch einige deutlich größere Anbieter im Handymarkt glänzen mit überdurchschnittlichen Wachstumsraten, wenn sie speziell auf gewisse Zielgruppen zugeschnittene Geräte verkaufen. Das gilt beispielsweise für den US-Konzern Motorola, der derzeit mit einem superflachen Designhandy Marktanteile gewinnt. "Wir werden eine ganze Produktlinie mit diesem Design auf den Markt bringen", sagt Greg Estell, Motorola-Europachef für das Handygeschäft, dem Handelsblatt.

Eine große Auswahl an UMTS-Geräten sowie Geräte, die exklusiv für Netzbetreiber hergestellt werden, sollen zudem dafür sorgen, dass Motorola dem Ziel näher kommt, in einigen Jahren die Nummer eins unter den Handyherstellern zu werden. Derzeit sind die US-Amerikaner die Nummer zwei nach Nokia. Um Nokia zu verdrängen, muss Motorola vor allem in Europa zulegen, und da wird der Wettbewerb härter, denn asiatische Hersteller wie LG Electronics aus Südkorea wollen ihren Mobiltelefon-Absatz in Europa dieses Jahr mehr als verdoppeln.

Eine stärkere Konkurrenz durch asiatische Unternehmen kommt auch auf die Telekomnetzausrüster zu. Huawei und ZTE aus China drängen in neue Märkte und setzen die Preise unter Druck. Derzeit haben die etablierten Konzerne aber noch einen Vorteil: "Die Technik der chinesischen Hersteller kann nicht so ohne weiteres in bereits bestehende Netze integriert werden", sagt Lucent-Manager Ken Wirth, "nur wenn neue Netze aufgebaut werden, haben die Chinesen bessere Chancen, zum Zuge zu kommen."

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