Spielekonsolen
Nintendo: Wii wird billiger

Mit einer kräftigen Preissenkung will Nintendo den zuletzt rückläufigen Absatz seiner Spielkonsole Wii ankurbeln. In den USA sinke der Preis Ende September von 250 auf 200 Dollar, kündigte der Elektronikhersteller auf der Computerspielmesse Tokyo Game Show in der japanischen Hauptstadt an.

dpa/ap KYOTO. Anfang Oktober soll das Gerät auch in Japan und Europa billiger werden - den Umfang nannte das Unternehmen auf Nachfrage jedoch nicht. In Deutschland beträgt der Preis bislang knapp 250 Euro. Die Konkurrenten Microsoft und Sony hatten zuletzt ebenfalls die Preise ihrer Geräte gesenkt. Die Wii ist mit mehr als 50 Mill. abgesetzten Einheiten die meistverkaufte Konsole der aktuellen Generation weltweit.

Nintendo hatte den Preis der Wii seit der Einführung im Jahr 2006 konstant gehalten. "Der Zeitpunkt der Preissenkung war sehr gut, weil der Absatz nachließ", sagte der japanische Analyst Etsuko Tamura von Mizuho Investors Securities. In den USA sanken die Verkaufszahlen laut dem Marktforschungsinstitut NPD Group mehrere Monaten in Folge.

Auch in Deutschland schwächelte Nintendo und fiel nach dpa-Informationen zuletzt hinter Sony mit seiner Playstation drei zurück. Neben der Wirtschaftskrise sind Preissenkungen der Konkurrenten für Nintendos Schwächeln verantwortlich. Sony verbilligte im August die Playstation drei weltweit, in Europa von 400 auf 300 Euro. In den drei Wochen darauf habe man eine Million Geräte abgesetzt, erklärte das Unternehmen am Mittwoch. Microsoft senkte dieses Jahr den US-Preis seiner Xbox 360 ebenfalls. Die Wii ist technisch die einfachste der drei Konsolen.

Im Gefolge der weltweiten Rezession ist auch in der erfolgsverwöhnten Videospielbranche eine Flaute eingetreten. Betroffen ist sowohl die Hardware als auch die mit weit höheren Renditen verbundene Spielesoftware. Allein in den USA gingen die Umsätze mit Videospielen im August nach Erhebungen des Marktforschungsinstituts NPD Group den sechsten Monat in Folge zurück.

Der Markt brauche neue Impulse und müsse sich weiterentwickeln, sagte der Geschäftsführer für das Videospielgeschäft von Sony, Kazuo Hirai, am Donnerstag zur Eröffnung der Tokyo Game Show.

Den Wettbewerb weiter anheizen dürften auch neue Steuerungsgeräte. Sony kündigte am Mittwoch an, seinen geplanten intuitiven Controller bereits im Frühjahr 2010 auf den Markt zu bringen. Bislang gingen Beobachter von einer späteren Einführung aus. Microsoft plant mit einer kameragestützten Bedienung namens "Projekt Natal" ebenfalls einen deutlich einfacheren Zugang zu Computerspielen. Alle führenden Hersteller entwickelten bereits Titel dafür, erklärte der US-Konzern in Tokyo.

Beide Konsolenhersteller reagieren mit den neuen Konzepten auf den Erfolg, den Nintendo mit der innovativen bewegungsempfindlichen Steuerung der Wii vor allem bei neuen Zielgruppen hatte.

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