Spielekonsolen
Showdown unterm Weihnachtsbaum

Nintendo hat die Branche eiskalt erwischt: Der Erfolg der Spielekonsole „Wii“ überraschte Freund unn Feind gleichermaßen. Plötzlich kämpfen die Konkurrenten Playstation und Xbox ums Überleben – und das kommende Weihnachtsgeschäft könnte bereits zu einer Entscheidung führen.

DÜSSELDORF. Es ist der Kampf der Kellerkinder. Das Weihnachtsgeschäft vor Augen und den überwältigenden Erfolg von Nintendos Spielekonsole „Wii“, dem neuen Marktführer, im Nacken, rüsten sich Sony und Microsoft mit Preissenkungen für den Kampf um Platz zwei im Rennen der High-End-Konsolen. Für die Kunden bedeutet das attraktivere Angebote. Für die Anbieter ist es ein Verdrängungswettbewerb bis aufs Messer. Denn wer diesmal als Letzter aus dem Rennen geht, könnte die nächsten Festtage vielleicht schon nicht mehr erleben.

Als erster hat Sony auf schleppende Verkaufszahlen reagiert. Seit wenigen Tagen ist in Europa für rund 400 Euro eine abgespeckte Variante der Konsole „PS3“ mit kleinerer Festplatte im Handel. Das Ursprungsmodell war für 600 Euro eingeführt worden und wird für 500 Euro abverkauft. „Die Preissenkung war aus unserer Sicht überfällig, und wir gehen davon aus, dass es das Weihnachtsgeschäft auch auf Softwareseite kräftig beleben wird“, meint Thomas Zeitner, Deutschlandchef von Electronic Arts. „EA“ ist mit drei Mrd. Dollar Umsatz weltweit der größte Hardware-unabhängige Anbieter von Konsolen- und PC-Spielen.

Außerdem hat Sony die Abwärtskompatibilität zum Vorgänger „PS2“ aufgehoben. Alte Spiele können also nicht mehr verwendet werden. Ein Schritt, der in zahlreichen Internetforen von Sony-Fans mit Verärgerung aufgenommen wurde. Jack Tretton, Chef der US-Playstation-Tochter macht im Interview keinen Hehl daraus, warum es passieren musste: Die Kunden müssen mehr Spiele kaufen.

Denn der Softwareverkauf läuft schleppend, was Firmen wie Electronic Arts, Vivendi Games oder Ubisoft verärgert, die Millionen von Dollar in die Spiele investieren. Viele Käufer nutzen die PS3 wohl lieber als billigen Abspieler für High-End-Videos per Blu-Ray-Disk.

Ein Teufelskreis, den Sony durchbrechen will: Denn wenn die Partner kaum Spiele absetzen können, bringen sie auch weniger attraktive Spiele heraus. Dann kaufen wiederum weniger Neukunden die Konsole, und so weiter. „Das Angebot an Top-Spielen ist entscheidend für den langfristigen Erfolg der Hardware“, sagt auch EA-Manager Zeitner.

Und darum ist dieses Weihnachtsgeschäft – hier macht die Branche traditionell gut die Hälfte des Jahresgeschäfts – so entscheidend. Die Zahl der insgesamt bis Anfang Januar weltweit verkauften Einheiten wird die Investitionplanung der Softwarefirmen beeinflussen. Schon jetzt gibt es einen neuen Liebling: Nintendo.

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