Spielekonsolen
Sony lässt Billigversion der Playstation auslaufen

Erst vor kurzem hatte Sony den Preis für die Grundversion der Playstation 3 mit 60 Gigabyte Speicherplatz in den USA um 100 auf 499 Dollar gesenkt. Jetzt lässt das Unternehmen das Modell auslaufen. Die neue Version mit gerade einmal 20 Gigabyte mehr wird anschließend weiter und alleine für 599 Dollar angeboten. Fragt sich nur wie lang.

SANTA MONICA. Der Chef der Sony-Videospiel-Sparte, Kaz Hirai, hat gestern in Tokio bestätigt, dass die Grundversion der Playstation 3 (PS 3) mit einer 60 Gigabyte großen Festplatte ein Auslaufmodell ist. Sony hatte den Preis für die Konsole in den USA erst vor kurzem um 100 auf 499 Dollar gesenkt. Sony betonte, dass der Bestand an alten Modellen noch „für Monate“ ausreiche. Die neue Version mit gerade einmal 20 Gigabyte Speicherplatz mehr wird anschließend weiter und alleine für 599 Dollar angeboten. Europachef David Reeves hatte den Schritt bereits vergangene Woche am Rande der Videospielemesse E3 in Kalifornien angekündigt und damit Spekulationen ausgelöst, die verbilligte PS 3 werde schon Ende Juli ausverkauft sein.

Analysten wie Michael Pachter von Wedbush Morgan Securities sind skeptisch. Er glaubt, dass der Preis der neuen PS 3 ebenfalls auf 499 Dollar sinken wird, sobald die Billigversion ausverkauft ist. Der Grund sei die anhaltend scharfe Konkurrenz durch Microsofts Xbox 360 und Nintendos Wii. Microsoft hatte auf der E3 keine Preissenkung angekündigt, aber Xbox-Chef Robbie Bach stellte klar, dass man auf einen Preisvorstoß von Sony sofort reagieren würde: „Die PS3 war zum Start die teuerste Konsole dieser Generation, und sie wird es auch am Ende sein“, so Bach im Gespräch mit dem Handelsblatt. Die teuerste Xbox 360 mit 120 Gigabyte großer Festplatte kostet derzeit 479 Dollar. Nintendos Wii kostet sogar nur 249 Dollar (ohne Festplatte).

Analyst Pachter schreibt dazu in seiner Zusammenfassung der Messe E3: „Das Momentum der ’Wii’ wird für die anderen schwer auszuhebeln sein. Die Verkaufszahlen werden auf absehbare Zeit hoch bleiben.“

Sony-Manager Hirai kündigte gestern zudem an, dass die neue Version der tragbaren Spielekonsole PSP ab September in Japan für 19 800 Yen (118 Euro) verkauft werde. Bereits im Mai hatte Sony ein Verkaufsziel von neun Millionen PSP für dieses Finanzjahr angekündigt, das wäre ein Plus von fast acht Prozent. Die neue PSP ist leichter und dünner als das Vorgängermodell und hat einen hochwertigen Videoausgang, um Filme und Bilder auf Fernsehgeräten anzeigen zu können. Dass die PSP mit derzeit weltweit rund 25 Mill. verkauften Stück weit hinter dem Nintendo-Produkt „DS“ mit 40 Mill. Stück zurückliegt, ist für Hirai nicht relevant. „Wir sprechen eine völlig andere Zielgruppe an“, sagte er im Gespräch mit dem Handelsblatt. „Das haben wir von Anfang an gesagt.“

Hirai erklärte weiter, Sony arbeite an den Plänen für einen Dienst für Musik- und Videodownload. Es gebe aber noch keinen Termin dafür. Der Dienst dürfe nicht nur Apples iTunes kopieren, sondern müsse „die Fähigkeiten der PSP unterstützen und erweitern“.

Der Einbau eines Mobiltelefon-Moduls in die PSP und somit eine Aufrüstung zur „iPhone“-Konkurrenz wäre laut Hirai „kein Problem“. Die Maßgabe bei Sony sei aber, dass Neuerungen das „Unterhaltungserlebnis“ steigern müssten. „Sollte es einen Unterhaltungs-Effekt geben, für den man ein Mobiltelefonteil braucht, dann werden wir es machen. Aber mir fällt da im Moment wirklich absolut nichts ein“, sagte Hirai.

Handelsblatt-Korrespondent Axel Postinett
Axel Postinett
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