Spielekonsolen
Verfolgungsjagd im Wohnzimmer

Gentlemen, start your engines. Autorennspiele entscheiden über das Frühjahrsgeschäft mit den Videokonsolen von Sony und Microsoft. Das ist für die Konzerne längst mehr als ein Spiel: Mit besonderen Preisaktionen kämpfen sie um Marktanteile.

DÜSSELDORF. Der Wettbewerb der Videokonsolen wird dieses Frühjahr auf der Rennstrecke entschieden. Die Spiele Gran Tourismo 5 und GTA IV geben Vollgas. Beide sind für dreistellige Millionen-Umsätze gut. Die Hersteller der Konsolen, auf denen die Blockbuster gespielt werden, stehen in den Startlöchern – und senken die Preise.

Der Rennklassiker „Gran Tourismo“ in der Version 5 („Prologue“) kommt exklusiv für Sonys Playstation 3 (PS3) am 26. März in die Regale. Die Vorgänger haben sich über 50 Millionen Mal verkauft, bei Amazon.de steht das Spiel dank unzähliger Vorbestellungen schon jetzt auf Platz 2 der Top-Spielecharts.

„GTA IV“ („Grand Theft Auto“) kommt einen Monat später, und zwar für PS3 und Microsofts Xbox360. Wedbush-Morgan-Analyst Michael Pachter glaubt, dass das 70 Euro teure Spiel weltweit in der ersten Verkaufswoche sechs Millionen Käufer findet. Hersteller Take Two ist schon Ziel einer Übernahmeattacke durch den Branchenriesen Electronic Arts. EA will den Zuschlag vor dem Start von GTA IV, oder das Angebot über zwei Mrd. Dollar noch mal überarbeiten – nach unten.

Tausende Computerspieler werden sich nur für ihr Lieblingsspiel eine der neuen Konsolen kaufen, das zeigen Erfahrungen der Vergangenheit. Microsofts Xbox360 ist an der Ladentheke in der schwächeren Position, weil nur eines der beiden Blockbuster-Spiele für sie zu haben ist. Um mitspurten zu können, senkte Microsoft die Preise. Die Einstiegsversion der Xbox360 ohne Festplatte mit DVD-Laufwerk kostet in Europa mit rund 200 Euro – 80 Euro weniger – jetzt nur noch halb so viel wie die Playstation 3 mit 40 GB-Festplatte und Blu-Ray-Laufwerk. Mit dem Blu-Ray-Laufwerk für Videos in HD-Qualität ist Sonys Konsole für die Käufer so attraktiv wie nie zuvor.

Microsoft hatte auf das HD-DVD-Format von Toshiba gewettet – und verloren. Es wurde wegen mangelnder Unterstützung durch Hollywood wieder eingestellt. Für Chris Lewis, Europachef für Microsofts Xbox-Geschäft, ist das aber kein Problem. Das werde „keinen signifikanten Einfluss“ haben, versichert er im Gespräch mit dem Handelsblatt. Zahlen aus den USA sprechen eine andere Sprache: im zweiten Monat in Folge liegt die Xbox hinter der PS3. Im Februar, meldet der Branchendienst NPD Group, wurden 254 600 Xbox verkauft, aber 280 800 PS3. Microsoft macht „Lieferengpässe“ verantwortlich, allerdings fällt die erstmalige Dominanz der PS3 auffällig mit dem Ende von HD-DVD zusammen.

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