Spielend lernen
Spiele-Computer lernt durch Zuschauen

Ein Spiel durch bloßes Zuschauen zu erlernen war lange eine dem menschlichen Verstand vorbehaltene Leistung. Eine neu entwickelte Software macht auch Computer zu lernfähigen Mitspielern.
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DüsseldorfUnbekannte Spiele lernt man am besten dadurch, dass man andere beim Spielen beobachtet. Davon ist zumindest Lukasz Kaiser überzeugt. Der Wissenschaftler der Pariser Diderot-Universität hat eine Software entwickelt, die Computern das Erlernen von Spielen wie „Vier gewinnt“ oder „Tic Tac Toe“ durch bloßes Zusehen ermöglicht. Einmal geschult, entwickelt sich der Rechner dann schnell zum nahezu unbezwingbaren Gegner.

Der digitale Mitspieler zeichnet zunächst einige Partien als Beobachter auf, anschließend werden die so gewonnenen Bildsequenzen analysiert. Dabei registriert die Software die Bewegungen der Spielsteine während des Spiels sowie deren Anordnung in der Schlussstellung. Auf diese Weise gewinnt der Computer die notwendigen Informationen darüber, was ein legaler Zug ist und wann das Spiel als gewonnen gilt.

Zumindest bei vergleichsweise einfachen Spielen wie „Vier gewinnt“ hat sich Kaisers Software bereits bewährt. Der Rechner erlernte das Spiel nicht nur selbstständig, er entwickelte auch schnell eine enorme Spielstärke.

Anders sieht es bei komplexeren Spielen wie etwa Schach aus. Hier bilden nicht nur die unterschiedlichen Gangarten der einzelnen Figuren eine große Herausforderung, es existieren auch eine Reihe von Sonderregeln wie die Rochade oder das Schlagen „en passant“, die einem beobachtenden Computer das Leben schwer machen. Aber Kaiser ist zuversichtlich, dass er auch diese Probleme in naher Zukunft bewältigen wird.

Thomas Trösch
Thomas Trösch
Handelsblatt / Redakteur Wissenschaft + Technik

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