Spieletest „Assassin's Creed Syndicate” Genug Stoff für lange Winterabende

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Schwächen des Vorgängers beseitigt, Grundprobleme nicht
Alexander Graham Bell (im Bild), der das Telefon zur Marktreife brachte, trifft man im Spiel ebenso wie Karl Marx oder Charles Dickens. Foto: Ubisoft Quelle: dpa
Große Söhne ihrer Zeit

Alexander Graham Bell (im Bild), der das Telefon zur Marktreife brachte, trifft man im Spiel ebenso wie Karl Marx oder Charles Dickens. Foto: Ubisoft

(Foto: dpa)

Das Spiel selbst bietet die übliche Mischung aus Schleichen, Klettern und Kämpfen. Letzteres ist zwar deutlich schneller geworden, dadurch aber auch recht anspruchslos. Zwei große Neuerungen gibt es aber: Evie und Jacob können jetzt mit einem Wurfhaken an Fassaden klettern und sich von Dach zu Dach schwingen, was das Spiel spürbar beschleunigt. Und in London sind zahlreiche Kutschen unterwegs, die man für Verfolgungsjagden und anderen Unfug kapern kann.

Der unumstrittene Star des Spiels ist das detailverliebt nachgebaute London mit zahlreichen Touristenattraktionen wie Tower, Big Ben und Trafalgar Square. Das Flair der Metropole haben die Entwickler toll eingefangen, Nebel und Regen inklusive. Die Pracht von Paris aus „Unity” erreicht das Spiel nicht ganz, dafür läuft es deutlich flüssiger und fehlerfreier als der technisch arg wackelige Vorgänger.

Auch sonst scheint sich Ubisoft die Kritik der Fans zu Herzen genommen zu haben: Den ungeliebten Mehrspielermodus aus „Unity” ist ersatzlos gestrichen, diverse Apps und Webdienste ebenso. Allerdings kann der Spieler noch immer Spielgeld und andere Boni kaufen. Ob das in einem 60-Euro-Spiel wirklich sein muss, ist fraglich.

Neu und praktisch ist der Wurfhaken, mit dem sich die Helden aus brenzligen Situationen auf die Dächer retten können. Foto: Ubisoft Quelle: dpa
Werkzeug und Waffen

Neu und praktisch ist der Wurfhaken, mit dem sich die Helden aus brenzligen Situationen auf die Dächer retten können. Foto: Ubisoft

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Und einige Grundprobleme der Serie sind auch im neunten Teil nicht verschwunden: Wie andere Assassinen bleiben auch Evie und Jacob noch immer zu leicht an winzigen Ecken hängen und machen gerade in kritischen Momenten nicht das, was der Spieler will. Hinzu kommen unschöne Animationen und Intelligenzmängel der virtuellen Gegner und Mitstreiter, die „Assassin's Creed” seit der ersten Episode plagen.

Wer darüber hinwegsehen kann, bekommt mit „Assassin's Creed Syndicate” ein gelungenes Spiel mit sympathischen Charakteren und einem spektakulären Schauplatz, das genug Stoff für viele lange Winterabende bietet. Die Schwächen des Vorgängers hat Ubisoft erfolgreich beseitigt, die Grundprobleme der Serie aber nicht. Der Ausflug ins virtuelle London ist ab 16 Jahren freigegeben und ab sofort für Playstation 4 und Xbox One erhältlich. Die PC-Version folgt am 19. November.

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