Spieletest Far Cry 5 Postkartenidylle mit Explosionen

Spaß macht „Far Cry 5” in jedem Fall - trotzdem drängt sich der Eindruck auf, dass Ubisoft hier bei der Spieleentwicklung viel Potenzial vergeudet hat. Ein Überblick.
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Wenn das absolute Chaos auf dem Bildschirm ausbricht, macht Far Cry 5 mit Abstand am meisten Spaß. Foto: Ubisoft Quelle: dpa
Wenn das Chaos ausbricht

Wenn das absolute Chaos auf dem Bildschirm ausbricht, macht Far Cry 5 mit Abstand am meisten Spaß. Foto: Ubisoft

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Postkartenidylle mit Explosionen: So lässt sich das Prinzip von Ubisofts Spiele-Serie „Far Cry” vielleicht am besten beschreiben. In der Vergangenheit ging es unter anderem in die Dschungel Zentralafrikas, in den Himalaya und auf karibische Inseln.

Und jetzt? Es geht in den US-Bundesstaat Montana. Aber ist das nicht die Zivilisation? Von wegen - zumindest nicht in „Far Cry 5”. Denn der Shooter präsentiert Montana als wunderschöne, aber auch gefährliche Wildnis, ohne Mobilfunkempfang oder andere Annehmlichkeiten - aber dafür voller gefräßiger Raubtiere und waffenverrückter Kultisten.

Hauptwidersacher in „Far Cry 5” ist die Sekte „Project at Eden's Gate”. Sie will das jüngste Gericht lieber herbeibomben, als geduldig darauf zu warten. In den Kontakt mit den Kultisten kommen Spieler gleich zu Beginn des Titels: In der Rolle eines Nachwuchs-US-Marschalls wird versucht, den Anführer der Sekte, den charismatischen Joseph Eden, zu verhaften. Das geht gründlich schief - stattdessen stranden Spieler nach ein paar wilden Verfolgungsjagden mitten im wilden Feindesland, ohne Verstärkung und Kontakt zur Außenwelt.

Wer mag, kann Far Cry 5 im Kooperations-Modus auch gemeinsam mit einem Freund spielen. Foto: Ubisoft Quelle: dpa
Gemeinsam auf Jagd

Wer mag, kann Far Cry 5 im Kooperations-Modus auch gemeinsam mit einem Freund spielen. Foto: Ubisoft

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In der Regel dauert die Entwicklung umfangreicher Computerspiele mehrere Jahre. Dass die Entwickler ihr Szenario der aktuellen US-Politik angepasst haben, ist daher eher unwahrscheinlich. Und doch wirkt „Far Cry 5” seltsam aktuell, mit Themen wie blindem Fanatismus, grotesker Waffenliebe und dem himmelweiten Unterschied zwischen den Küsten und dem Hinterland der USA.

Am Ende will „Far Cry 5” dieses heiße Eisen dann aber doch nicht so richtig anfassen - oder nur mit ganz dicken Handschuhen. Das auf den ersten Blick brisante Szenario dient nur als Entschuldigung für das übliche Geschleiche und Geballer der Serie. Es ist kein Ausgangspunkt für eine echte Auseinandersetzung mit den inneren Dämonen der USA. So reicht es für ein paar müde Gags - auch über Donald Trump - ansonsten bleibt die große Politik aber Hintergrundrauschen.

Ähnliches gab es zuletzt auch schon in „Watch Dogs 2” und „Ghost Recon Wildlands” zu sehen, nur mit anderen Themen - der unkontrollierten Macht von Google und Co. oder dem festgefahrenen Drogenkrieg in Südamerika. Auch da hat Ubisoft schon wenig aus scheinbar brisanten und interessanten Szenarien gemacht. Dass sich dieses Muster in „Far Cry 5” wiederholt, überrascht kaum - ist in diesem Fall allerdings besonders enttäuschend.

Spielerisch ist „Far Cry 5” dagegen deutlich trittsicherer. Das ist kein Wunder, schließlich folgt der Titel weitestgehend seinen Vorgängern, mit einigen gewichtigen Änderungen. Noch immer schießen, schleichen, fahren, fliegen und klettern Spieler in Ich-Perspektive durch eine offene Spielwelt, befreien Dörfer und ganze Landstriche, und sammeln neue Waffen. Die Entwicklung geht so nach und nach vom kleinen Guerilla-Krieger zum waffenstarrenden Einzelkämpfer.

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Die gefährliche Wildnis ist etwas zu zahm
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