Sportartikelhersteller
Die Vermessung der Sport-Welt

Die Rivalen Adidas und Nike haben kurz vor der Fußball-EM eine neue Arena für ihren Zweikampf entdeckt: die Welt von sozialen Netzwerken und Apps. Mit Schuh-Sensoren wollen sie die Leistung der Sportler greifbar machen.
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New YorkWenn Mark Parker von Nike Plus redet, kommt er ins Schwärmen. „Für Sportler ist dies der Anfang einer neuen Ära“, verkündete der Nike-Chef im Februar in New York. „Wir bewegen uns an der Schnittstelle zwischen Sport und Datenanalyse. Jeder Athlet wird dadurch besser trainieren können.“

Nike Plus ist so etwas wie die Technologiesparte des weltgrößten Sportartikelherstellers. Sie soll Produkte entwickeln, die wie nie zuvor Daten der Sportler messen und es ihnen erlauben, diese auf sozialen Netzwerken wie Facebook und Twitter mit Freunden zu teilen. Der neuste Coup aus dem Hause Nike Plus: der Basketballschuh „Hyperdunk Plus“. Er hat eingebaute Sensoren, die unter anderem messen, wie hoch ein Spieler springt und wie schnell er läuft. In Echtzeit werden die Daten aus dem Schuh auf das iPhone des Sportlers übertragen.

Parker setzt große Hoffnungen in die Verknüpfung mit der digitalen Welt. „Das ist für uns unglaublich wichtig und wird in immer mehr Produkten zu finden sein“, stellt er klar und heizt damit den Wettbewerb mit dem Erzrivalen Adidas an.

Wenige Monate vor der Fußball-Europameisterschaft und den Olympischen Spielen wird Technologie zum neuen Schlachtfeld für die beiden großen Sportartikelhersteller. Es geht nicht mehr nur um den leichtesten Laufschuh und das atmungsaktivste Trikot. Im Kampf um die Kunden wird es künftig auch um die Vorherrschaft bei der Verknüpfung mit der digitalen Welt gehen: die besten Sensoren, die besten Apps, die angesagtesten Gruppen im sozialen Netz.

Bei Laufschuhen konkurrieren Adidas und Nike schon länger mit verschiedenen digitalen Systemen, die Läufern unter anderem Auskunft über ihre Geschwindigkeit und über die Länge der Strecke geben, die sie gelaufen sind. Um sich im Sportjahr 2012 entsprechend zu positionieren, weiten sie dieses Prinzip nun auf andere Sportarten aus. Nike stellte neben dem Hyperdunk Plus auch einen verdrahteten Fitness-Schuh vor, der zum Beispiel zählen kann, wie oft ein Sportler Seilgesprungen ist. Adidas hat bereits im Oktober den „Adizero f50 Micoach“ vorgestellt – den ersten Fußballschuh mit Sensor. In der Konzernzentrale im bayerischen Herzogenaurach heißt es, dass in den nächsten Wochen auch Schuhe in den Kategorien Basketball, Tennis und American Football eingeführt werden, in denen Adidas’ sogenannte Micoach-Technologie eingebaut ist.

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Verschiedene Strategien bei Adidas und Nike

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