Sprachsteuerung für den PC Vom Assistenten zum Alleskönner

Gute Spracherkennungssoftware steuert alles vom Browser bis zur Systemsteuerung. Die klassische Arbeit am PC beschleunigen die Assistenten derzeit aber nicht unbedingt. Doch das könnte sich schon bald ändern.
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Die Sprachassistentin und Alltagshelferin Cortana ist seit Windows 10 beim Microsoft-Betriebssystem an Bord. Foto: Andrea Warnecke Quelle: dpa
Sprachsteuerung für den PC

Die Sprachassistentin und Alltagshelferin Cortana ist seit Windows 10 beim Microsoft-Betriebssystem an Bord. Foto: Andrea Warnecke

(Foto: dpa)

Berlin„Richte mir bitte einen Termin ein.” Oder: „Erinnere mich daran, heute Abend Oma anzurufen.” Und: „Brauche ich morgen einen Regenschirm?” Solche Fragen und Befehle kann man nicht nur an sein Smartphone richten. Auch Windows hat seit Version 10 die Sprachassistentin und Alltagshelferin Cortana an Bord. Sie ist benannt nach einer Künstlichen Intelligenz aus Microsofts Spieleserie „Halo”. Da steuert Cortana sogar Raumschiffe.

Die kleine Windows-Schwester ist nicht ganz so mächtig. Ihr Funktionsumfang entspricht eher dem der Apple-Konkurrentin Siri: „Im Grunde ist Cortana ein Assistent wie Siri. Ich kann also Fragen oder einfache Aufgaben stellen”, sagt Jo Bager vom „c't”-Fachmagazin. Das funktioniere im Grunde auch gut - mit einer Einschränkung: ”Der Nutzen hängt immer davon ab, wie sehr ich mich auf die Welt eines Herstellers einlasse.”

Geschwätzig, geschliffen, geschmeidig
Microsoft-Chef Satya Nadella
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Millionen von Nutzer erhalten Windows 10 kostenlos. Microsoft-Chef Satya Nadella will so erreichen, dass möglichst viele PC-Besitzer schnell die aktuelle Version nutzen – und gleichzeitig auch die neuen Cloud-Dienste des Konzerns.

Das neue Startmenü
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Vertraut und fremd zugleich: Microsoft führt mit Windows 10 wieder ein Startmenü ein. Es sieht allerdings anders aus als noch unter Windows 7 – so können Nutzer auch Apps in Kacheloptik andocken.

Hybridgerät Acer Switch 11s
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Tastatur oder Touchscreen? Windows 10 schaltet automatisch von einer Oberfläche zur anderen. Das ist bei Hybridgeräten wie dem Acer Switch 11s sinnvoll, dessen Bildschirm Nutzer abnehmen und als Tablet verwenden können.

Twitter-App im Fenster
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In Windows 8 gab es zwei unterschiedliche Benutzeroberflächen – zur Irritation vieler Anwender. In Windows 10 öffnen sich auch Apps, die für mobile Geräte gedacht sind, in einem klassischen Fenster, hier Twitter – ein geschliffeneres Design.

Übersicht im Info-Center
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Alles auf einen Blick: Im Info-Center sind Benachrichtigungen von Apps zu sehen. Mit der Steuerung können Nutzer zudem auf die Schnelle das Gerät mit einem Wlan-Netzwerk verbinden oder in den Tablet-Modus schalten.

Windows 10 auf einem Smartphone
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Windows 10 läuft nicht nur auf PCs, sondern beispielsweise auch auf Smartphones. Da der Kern des Betriebssystems auf allen Geräten gleich ist, sollen Entwickler ihre Apps leichter für die verschiedenen Formate anpassen können.

Datenbrille Hololens
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Selbst auf der Datenbrille Hololens läuft eine abgespeckte Version von Windows 10 – das futuristische Gerät überlagert das Bild der Umgebung mit grafischen Elementen, etwa Schaltflächen.

Wer an seinem Windows-10-PC konsequent auf das Microsoft-Ökosystem setzt, also etwa E-Mails und Termine in den mitgelieferten Apps verwaltet, kann Cortana tatsächlich viele Alltagsaufgaben überlassen. Am Mac geht das noch nicht. Gut möglich allerdings, dass Siri demnächst den Sprung von mobilen Geräten auf den Computer schafft. Selbst für Linux gibt es mit Sirius einen Open-Source-Assistenten, der aber in Sachen Funktionsumfang noch ganz am Anfang steht.

Sprachbarriere zwischen Assistenten und Nutzer

Die Arbeit am PC beschleunigen die Assistenten aber nicht unbedingt. „Sprachsteuerung ist dann besonders attraktiv, wenn Augen und Hände beschäftigt sind, also zum Beispiel im Auto oder am Handy”, sagt Alexander Waibel, Professor für Informatik am Karlsruhe Institute of Technology (KIT). „Am klassischen PC ist der Nutzen solcher Systeme eingeschränkt, die Leute sitzen ja in der Regel direkt davor.”

Interessanter werden solche Assistenten erst, wenn das nicht mehr der Fall ist, sagt der Informatiker - etwa wenn der PC zur Steuerzentrale für die ganze Wohnung wird und dann auf Kommando nach der Lieblingsserie sucht. „Mit Lösungen wie Amazon Echo gibt es das ja jetzt schon”, sagt Waibel. „Gut möglich, dass sich die Definition des PC in den kommenden Jahren generell in diese Richtung verschiebt.”

Bis es so weit ist, gibt es aber noch einige Hürden zu überwinden. Vielleicht die größte davon ist eine Art Sprachbarriere zwischen Assistenten und Nutzer. „Eindeutige und einfach zu interpretierende Befehle zu geben, ist für Menschen fast unmöglich”, sagt Waibel. „Selbst einfachste Kommandos sind sprachlich sehr komplex.”

Zur Lösung dieses Problems setzen Assistenten wie Siri und Cortana auf Lernalgorithmen: Jeder Befehl aller Nutzer der ganzen Welt landet im Speicher der Systeme. Mit der Zeit entsteht so eine Datenbank aus Erfahrungswerten, aus denen die Programme lernen können. „Je mehr wir solche Assistenten nutzen, desto besser werden sie”, erklärt Waibel.

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