Spuren zu Erschaffern von Lovesan und
Microsoft setzt hohes Kopfgeld aus

Im Kampf gegen Computerviren setzt der Software-Riese Microsoft neue Mittel ein. Jeder der hilft einen Programmierer von Computerviren dingfest zu machen und zu dessen Verurteilung beiträgt, kann bis zu 250 000 Dollar (218 000 Euro) Belohung einstreichen.

hiz/HB DÜSSELDORF. In dem am Mittwoch vorgestellte Programm lobt Microsoft insgesamt 5 Millionen Dollar aus, um die Fahndung nach den Urhebern von MSBlast.A - auch als Blaster oder LoveSan bekannt - oder Sobig effektiv zu unterstützen. Von diesen Schädlingen, die ausschließlich auf Rechnern mit Microsoft Betriebssystemen und Software aktiv sind, waren weltweit zahllose Computer betroffen. Da der Wettlauf zwischen Virenautoren und Sicherheitsexperten mit technischen Experten nicht endgültig zu lösen ist, setzen die Redmonder mit ihrer Aktion auf klassische Fahndungsmittel und wollen die Computergemeinde durch Belohnungen zur Mithilfe animieren. Microsoft arbeitet nach eigenen Angaben in dem Programm eng mit der US-Bundespolizei FBI und Interpol zusammen.

Das Unternehmen wies daraufhin, wie frustrierend es für jeden sei, seine Daten durch eine Virenattacke zu verlieren und wie schwierig es sei, die Verantwortlichen zu finden, da sie sich im weltweiten Datennetz hinter falschen Adressen verstecken könnten. „Das sind nicht bloß Internet-Verbrechen, Cyber-Verbrechen oder virtuelle Verbrechen. Das sind reale Verbrechen, die viele Menschen geschädigt haben“, sagte Microsofts Rechtsberater Brad Smith in Washington. Von mit dem Fall vertrauten Sicherheitsexperten war zu erfahren, dass inzwischen alle Spuren zu den Autoren der schädlichen Programme erkaltet sind. Nach Aussetzung der Belohnung hofften die Ermittler auf neue, frische Hinweise, hieß es weiter.

LovSan hatte Netzwerke mit Daten überflutet und diese so zusammenbrechen lassen. Mikko Hypponnen vom finnischen Antivirus-Sofwareproduzenten F-Secure sagte, dieser Wurm stamme möglicherweise von einem Teenager, der seiner Freundin imponieren wollte. Sobig dagegen scheine eher das Werk einer organisierten Gruppe zu sein, die kommerzielle Interessen verfolge. Der Wurm hatte weltweit tausende Computer befallen und auf einem Teil von ihnen ein Programm hinterlassen, das einen Zugriffe von außen und den Versand von E-Mails über die infizierten Maschinen erlaubte. Sicherheitsexperten halten es deshalb für denkbar, dass die Urheber im Kreis von so genannten Spammern zu suchen sind. Damit sind die Massenversender unerwünschter Werbemails gemeint.

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