Startschuss für neue Spielekonsole
Microsoft stürmt das Wohnzimmer

Eine neue Ära für Microsoft hat begonnen. Mit der Videokonsole Xbox 360 profiliert sich der Softwarekonzern als ernsthafter Hersteller von Konsumelektronik und greift den Rivalen Sony an.

DÜSSELDORF. Rund 12 Mrd. Dollar hat der Riese aus den USA seit 2001 in den noch defizitären Bereich investiert. Jetzt will er die Ernte einfahren und mit Marktführer Sony gleichziehen, der noch 70 Prozent des knapp 12 Mrd. Dollar schweren Hardware-Marktes für Konsolen beherrscht.

Unternehmensgründer Bill Gates lässt keinen Zweifel daran, wo er die Erwartungen ansetzt: „Das ist das heißeste Produkt, das wir je auf den Markt gebracht haben“, sagte er anlässlich des Verkaufsstarts in den USA.

Die Box kann nicht nur Videospiele spielen, sondern auch ins Internet gehen, Musik und Videos abspielen oder Urlaubsfotos speichern und auf dem Fernseher wiedergeben. Kurz: Sie soll schaffen, was PCs mit Windows XP allein nicht geschafft haben: Unterhaltungszentrale im Wohnzimmer werden.

Rund drei Millionen Stück sollen in den kommenden drei Monaten weltweit verkauft werden, vom 2. Dezember an wird die Xbox360 in Europa zu haben sein. Zusammen mit diversem Zubehör und Spielesoftware ergibt sich ein geschätzter Umsatz von ungefähr 1,5 Mrd. Dollar.

Gates ist zuversichtlich, es diesmal wirklich zu schaffen: „Bei der ersten Xbox waren wir der Neuling, und zu spät“, räumte Gates ein. Doch jetzt sei man die Nummer eins.

Tatsächlich lässt Sonys Antwort auf sich warten. Sony-Chef Howard Stringer deutete gegenüber dem „Hollywood Reporter“ an, dass es Ende 2006 werden könnte, bis die „Playstation 3“ in den USA erhältlich sein wird. Der Japan-Start wurde mit „Frühjahr 2006“ genannt.

Derweil karren eigens gecharterte Frachtflieger vom Typ Boeing 747 unermüdlich Microsoft-Boxen aus den asiatischen Fabrikationsstätten in die USA. Wenn Sony kommt, will Gates die Wohnzimmer schon besetzt haben.

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