Statistik
Suchmaschinen: Bing überholt Yahoo

Microsofts neue Suchmaschine hat aus dem Stand Yahoo auf den dritten Platz im Suchmaschinenranking verdrängt. Das geht aus Zahlen des Statistikdienstes Statcounter hervor. Es bleibe aber abzuwarten, so Statcounter, ob sich dieses Ergebnis auf Dauer stabilisiere. Wenn sich der Vorsprung halten lässt, hat Microsoft-Boss Steve Ballmer gerade 40 Mrd. Dollar gespart.

40 Mrd. Dollar war Microsoft-Chef Steve Ballmer 2008 bereit für die Übernahme von Yahoo auszugeben, um Google anzugreifen. Jetzt hat er das offenbar weit schneller und billiger erreicht. Am 4. Juni konnte die neue Microsoft-Suchseite Bing, Nachfolger des erfolglosen "Live Search", in den USA und weltweit den Konkurrenten Yahoo abhängen. Bing erreichte nach den Messungen von Statcounter.com in den USA 16,28 Prozent, Yahoo nur 10,22 Prozent. Weltweit ist der Vorsprung von Bing mit 5,62 zu 5,13 Prozent nicht ganz so dramatisch. An erster Stelle in beiden Fälle liegt allerdings weiter völlig unangefochten mit riesigem Vorsprung Google.

Microsoft hatte Bing am 1. Juni, zwei Tage früher als geplant, an den Start gebracht und bezeichnet die Seite selber eher als "Entscheidungsmaschine", nicht als "Suchmaschine". Nach Medieninformationen hat Ballmer ein Werbebudget zwischen 80 und 100 Mio. Dollar bereitgestellt, um Bing im Markt bekannt zu machen. Das, so Analysten, könnte das Bild zugunsten Microsofts verzerren. Der wirkliche Effekt werde erst nach Ablauf der massiven Marketingkampagne erkennbar.

Der Bing-Erfolg könnte den Druck auf Yahoo zu weiteren Kooperations-Gesprächen mit Microsoft nun spürbar erhöhen. Carol Baetz, neuer Yahoo-CEO, hatte erst am Mittwoch vor Investoren erklärt, dass eine Suchpartnerschaft mit Microsoft 500 bis 700 Mio. Dollar Ersparnis bringen könnte, hauptsächlich über geringere Kosten für Datacenter und Personal. Sie machte aber auch klar, dass sie einen solchen Deal nicht für notwendig halte. Wenn er "klar erkennbare" Vorteile bringe, sei sie aber auch nicht abgeneigt. Microsoft-Chef Steve Ballmer hatte zum Start von Bing erklärt, dass er Microsoft zur Nummer Zwei des Suchmarktes machen werde. Zuvor hatte er mehrfach betont, dass zumindest eine vollständige Übernahme Yahoos nicht mehr zur Debatte stehe. Am Freitag gab die Aktie von Yahoo an der Technologiebörse Nasdaq leicht nach, Microsoft und Google konnten zulegen.

Handelsblatt-Korrespondent Axel Postinett
Axel Postinett
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