Strahlenschutz
W-Lan-Netze stellen keine Gefahr dar

Die Antwort der Bundesregierung auf eine kleine Anfrage der Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen zur Gefährdung durch W-Lan-Funknetze hat am Mittwoch für Verwirrung gesorgt. Die Bundesregierung wurde dabei von einigen Medien so interpretiert, als habe sie explizit vor dem Gebrauch der drahtlosen Übertragungstechnik gewarnt.

hsn DÜSSELDORF. Die Bundesregierung hatte lediglich eine generelle Empfehlung des Bundesamtes für Strahlenschutz wiedergegeben, die persönliche Strahlenbelastung durch hochfrequente elektromagnetische Felder (Funknetze) so gering wie möglich zu halten und dort, wo Kabelverbindungen genutzt werden können, diese zu bevorzugen.

Ob und wie viele Verbraucher sich durch diese Meldung tatsächlich haben verunsichern lassen, sei nur schwer einzuschätzen, sagt Uwe Kullnick, Vorsitzender des Bitkom-Arbeitskreises Funktechnik und Gesundheit. „In einer Zeit, in der es immer mehr Surfer gibt, die das Internet zu Hause ohne lästiges Kabel nutzen wollen, sind das sicher eher wenige“, vermutet Kullnick. Dennoch bleibe immer etwas hängen, so dass sich vielleicht mancher Nachbar nun stärker durch die Funktechnik gefährdet sieht.

Tatsächlich gibt es bislang keine Hinweise darauf, dass in Häusern, in denen selbst mehrere Mieter ein W-Lan-Netz betreiben, eine höhere Gefahr lauert. In Forschungsprojekten gemessene Werte lagen auch im ungünstigsten Fall weit unter den von der EU empfohlenen Richtwerten, bei deren Einhaltung man nach den bisherigen Erkenntnissen davon ausgeht, dass Funktechniken ungefährlich sind. So haben bei Messungen innerhalb des Mobilfunkforschungsprogramms zum Elektrosmog selbst die Spitzenwerte von bis zu 0,2 Watt pro Quadratmeter deutlich unter dem von der EU empfohlenen Referenzwert von zehn Watt pro Quadratmeter gelegen.

Auch den Anteil der öffentlich zugänglichen Hot-Spots – von denen es Ende 2006 in Deutschland rund 9 000 gegeben haben soll – an der gesamten Elektrosmog-Belastung durch Funk schätzt die Bundesregierung bisher als gering ein.

„Obwohl es keine Hinweise auf eine Gefährdung durch elektromagnetische Strahlung gibt, wird es nie eine vollständige Entwarnung für die Funktechniken geben“, weiß Kullnick. Der Grund: „Weil sich das Nichtvorhandensein einer Gefahr nicht wissenschaftlich beweisen lässt“, bringt der Bitkom-Experte das Problem auf den Punkt. Die Verantwortung für die Entscheidung, ob man eine Technik nutze wolle, liege daher bei jedem einzelnen.

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