Strategische Neuausrichtung
Telekom strafft Führungsstruktur

Die Deutsche Telekom will in Reaktion auf den scharfen Wettbewerb wichtige Schlüsselfunktionen künftig zentral führen. Im Rahmen der strategischen Neuausrichtung solle der Marktauftritt in Deutschland stärker koordiniert und die Kosten den veränderten Marktbedingungen angepasst werden. Das teilte die Deutsche Telekom am Samstag nach einer Aufsichtsratssitzung in Bonn mit. Die Geschäftsverantwortung von T-Mobile, T-Com und T-Systems werde hingegen nicht geändert.

dpa BONN. Konzernchef Kai-Uwe Ricke wirbt mit dem neuen Konzept auch für eine Verlängerung seines im November 2007 auslaufenden Vertrags. In der Regel werden Vorstandsverträge ein Jahr vorher verlängert. Nach der Vorlage der schwachen Halbjahresbilanz hatte sich die Kritik an Ricke indes verschärft, es wurden Rufe nach einem vorzeitigen Ausscheiden des Managers laut. Der 44-Jährige sei zu zögerlich, hieß es. Verärgert sei vor allem Großaktionär Blackstone, dessen Aktienpaket bislang rund 500 Mill. Euro an Wert verlor.

Ricke wird künftig neben dem Markenmanagement auch Werbebudget und Werbeplanung in Deutschland verantworten. T-Systemchef Lothar Pauly ist künftig weltweit die Bereiche Netztechnik, IT und Einkauf zuständig. T-Mobile-Chef Rene Obermann ist deutschlandweit für den stationären Vertrieb verantwortlich.

Der Telekom-Boss hatte sich im Vorfeld der Sitzung kämpferisch gezeigt: "Ich freue mich auf die Aufsichtsratssitzung", hatte er am Donnerstag bei der Internationalen Funkausstellung (IFA) gesagt. Er habe einen gut vorbereiten Plan im Kopf. Das Unternehmen präsentierte auf der Branchenschau in Berlin neue Produkte und Tarife, mit denen der Kundenrückgang im Festnetzgeschäft gestoppt werden soll. Die Bündelangebote umfassen Preisnachlässe von bis zu 30 Prozent.

Das neue Tarifmodell ist laut Ricke in den Planzahlen für 2006 bereits mit eingerechnet. Für das Gesamtjahr erwartet die Telekom einen Gewinn vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen (Ebitda) von bis zu 19,7 Mrd. Euro und einem Umsatz von 62,1 Mrd. Euro. Ricke begründete den erwarteten Ebitda-Rückgang mit dem harten Wettbewerb in Deutschland, der allen Geschäftsbereichen zusetzt.

Kräftige Abschläge verzeichnet vor allem die Festnetzsparte T-Com. Auf Grund des Preiskampfes auf dem Mobilfunkmarkt entwickelt sich der Umsatz von T Deutschland-Mobile rückläufig. Wachstumstreiber bleibt allein das amerikanische Mobilfunkgeschäft. Die Kundenzahlen und Erlöse von T USA-Mobile nehmen deutlich zu. Allerdings muss die Telekom nun mehrere Mrd. Euro in die Hand nehmen, um bei der laufenden Auktion zusätzliche Mobilfunkfrequenzen zu kaufen. Experten rechnen mit Investitionen in Höhe von bis zu zehn Mrd. Euro.

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