Stratfor-Attacke
War es wirklich Anonymous?

Wer hat über Weihnachten die Sicherheitsberatung Stratfor gehackt? Die Angreifer gaben sich als Aktivisten der Anonymous-Bewegung aus, andere angebliche Mitglieder dementieren es.
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Berlin/WashingtonNach dem Hacker-Angriff auf die renommierte US-Sicherheitsberatung Stratfor häufen sich die Fragen. Unklar blieb am Dienstag weiterhin, ob die Angreifer tatsächlich zu der lose organisierten Hacker-Organisation Anonymous gehören, oder es sich um Splittergruppen oder Trittbrettfahrer handelte. Auch über die Ziele der Attacke zur Weihnachtszeit gab es widersprüchliche Angaben.

Stratfor - die Wortschöpfung steht für Strategic Forecasting (Strategische Vorhersagen) - ist auf internationale Sicherheitsanalysen spezialisiert und versorgt seine Kunden mit Berichten. Bei der Hackerattacke wurden E-Mail-Bestände und Kreditkarten-Informationen entwendet. Danach berichteten Kunden über Überweisungen in ihrem Namen an wohltätige Organisationen. Ziel der Aktion sei es, „mehr als eine Million Dollar“ (770.000 Euro) als Weihnachtsspenden an gemeinnützige Einrichtungen umzuverteilen, zitierten US-Medien angebliche Anonymous-Mitglieder.

„Hack definitiv nicht das Werk von Anonymous“

Zugleich kursierte im Netz aber auch ein Dementi im Namen von Anonymous, in dem es hieß, die Vereinigung habe nichts mit dem Angriff zu tun gehabt. Man respektiere die Arbeit von Stratfor als Medienquelle. „Dieser Hack ist ganz definitiv nicht das Werk von Anonymous“, hieß es dort unter anderem. In einem anderen Beitrag wurden die Kreditkarten-Informationen als nebensächlicher Ertrag der Aktion bezeichnet. Das wahre Ziel sei gewesen, die Kontakte von Stratfor zu Geheimdiensten und Rüstungsindustrie offenzulegen. Im Interview mit Handelsblatt Online brachte der Hacker Andreas Bogk die Möglichkeit ins Spiel, dass die Attacke von Anonymous möglicherweise nur angehängt werden soll.

Die Anonymous-Bewegung setzt sich für den freien Datenfluss, Redefreiheit und gegen Zensur ein. Unter dem Decknamen starteten Aktivisten schon zahlreiche Angriffe auf Banken, Kreditaktenfirmen, oder auch auf staatliche Einrichtungen. Die Hacker-Vereinigung ist aber nur locker organisiert, im Prinzip kann jeder sich für sie ausgeben, ohne dass das Gegenteil bewiesen werden kann. Ebenso könnte allerdings auch das Dementi ein Fälschung sein. Eindeutig ist an der Geschichte nur, dass die Stratfor-Website von irgendjemandem gehackt wurde. Sie war auch am Dienstag weiterhin nicht erreichbar. Einige Beobachter schlossen auch nicht aus, dass dahinter Konkurrenten oder Geheimdienste stecken könnten.

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