Streit um MP3-Patent
Alcatel-Lucent verklagt Microsoft

Vor dem US-Bundesgericht in San Diego findet derzeit eine Auseinandersetzung statt, die weitreichende Folgen haben könnte. Der Telekom-Riese Alcatel-Lucent hat den Softwarekonzern Microsoft wegen Patentverletzung verklagt.

HB FRANKFURT. Alcatel verlangt fast zwei Milliarden Dollar, weil Microsoft Rechte am digitalen Musikformat MP3 verletzt haben soll. Sollten sich die Richter der Auffassung von Alcatel anschließen, dürften IT-Schwergewichten wie Hewlett-Packard, Apple, Toshiba oder Intel ähnliche Verfahren drohen.

Alcatel-Lucent blickt vor allem auf den Media-Player von Microsoft, auch jenen, der mit dem gerade auf den Markt gebrachten Betriebssystem Vista ausgeliefert wird. Nach Ansicht von Microsoft verlangt Alcatel allerdings Lizenzgebühren, die längst entrichtet worden seien. Zudem sei der Patentanspruch nicht haltbar.

Alcatel hat durch die Übernahme von Lucent eine Verbindung zum MP3-Format erhalten. Zwar gelten das Fraunhofer-Institut für Integrierte Schaltungen in Erlangen sowie die Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg als Entwickler des beliebten Musikformats, mit dem herkömmliche Musikdateien stark komprimiert werden können. Dabei arbeiteten sie allerdings mit den AT&T Bell Labs und dem Thomson-Konzern zusammen. Die Bell-Rechte lagen bislang bei Lucent.

In den kommenden drei Wochen soll nun eine neunköpfige Jury über die Klage entscheiden. Patentrechtsverfahren sind in der IT-Industrie an der Tagesordnung, Häufig einigen sie die Beteiligten außergerichtlich, indem sie gegenseitig den Zugriff auf bestimmte Patente vereinbaren.

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