Streit um Regeln für „Voice over IP“
Internet-Telefonie spaltet Lager der Telekommunikations-Anbieter

Mit der zunehmenden Verbreitung schneller Internet-Zugänge via DSL ist gerade auch das Telefonieren übers Internet, in der Fachsprache als „Voice over IP“ (VoIP) bezeichnet, in aller Munde. Privatkunden können erste Angebote bereits nutzen.

HB DÜSSELDORF. Verheißungsvolle Szenarien werden bezüglich der Internet-Telefonie entworfen. Dabei sind grundlegende Fragen noch völlig offen: Wie ist Voice over IP überhaupt einzustufen, ist hier wie bei der herkömmlichen Festnetztelefonie ein regulatorischer Rahmen nötig? Die Anbieter drängen auf Klärung, um Planungssicherheit zu haben. Nach ihrer Ansicht muss die Deutsche Telekom unbedingt reglementiert werden, da sie die Breitbandanschlüsse dominiert, ohne die VoIP nicht möglich ist. Der Konzern lehnt das ab. So beginnt die neue Telefon-Ära mit einer Kontroverse.

"Die Frage nach dem Rechtsrahmen ist von essentieller Bedeutung für die deutsche Internetwirtschaft", betont der Internetverband Eco in Köln. Er fungiert seit Juli als Fachorgan für die Internet-Telefonie in Deutschland und vertritt alle Anbieter. "Vor dem Hintergrund der zunehmenden Konvergenz von Sprach- und Datendiensten bestehen erhebliche Abgrenzungsschwierigkeiten bei der Einordnung von Voice over IP", beschreibt Eco die Problematik in einer Stellungnahme an die Regulierungsbehörde für Telekommunikation und Post (RegTP). Diese hat eine breite Anhörung zu dem Thema gestartet und will im Herbst erste Ergebnisse präsentieren.

Rund 60 Antworten von Unternehmen, Verbänden und Behörden sind eingegangen. Die Sichtung der Unterlagen zeigt: Es verläuft eine Trennlinie zwischen der Haltung der VoIP-Anbieter und jener der Telekom, welche "die weitere Entwicklung maßgeblich gestalten und Trends setzen wird" (so unlängst der Vorstandsvorsitzende Kai-Uwe Ricke), selbst aber noch keine konkreten Produkte in Planung hat. Die Wettbewerber hegen die Befürchtung, dass der Bonner Konzern seine dominierende Stellung bei den DSL-Anschlüssen (mit mehr als 90 % Marktanteil) auf den VoIP-Bereich übertragen und Verdrängungsstrategien verfolgen könnte.

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