Student bekämpft Google

David gegen Googliath

Der Student Philip Matesanz zieht gegen Google in den Kampf. Um seinen Online-Dienst weiterbetreiben zu dürfen, hat der 21-Jährige eine Petition ins Internet gestellt. Fast 700.000 Menschen haben bereits unterschrieben.
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Ein hilfloses Opfer - so fühlt sich der 21-jährige Student Philip Matesanz im Kampf gegen den Internetriesen Google. (Bild: Ioannis Milionis mycartoons.de/YouTube-mp3.org)

Ein hilfloses Opfer - so fühlt sich der 21-jährige Student Philip Matesanz im Kampf gegen den Internetriesen Google. (Bild: Ioannis Milionis mycartoons.de/YouTube-mp3.org)

Philip Matesanz fühlt sich missachtet. Seit Wochen versucht der 21-Jährige, mit Google in Kontakt zu kommen. Seitdem er im Juni einen Brief von dem US-amerikanischen Unternehmen bekommen hat, in dem er aufgefordert wurde, seinen Konvertierungsdienst Youtube-mp3.org vom Netz zu nehmen, habe er immer wieder um ein klärendes Gespräch gebeten, erklärt der Student. Resonanz – bisher Fehlanzeige.

Doch von vorne: 2009 stellte Philip Matesanz Youtube-mp3.org online, einen Dienst, mit dem Nutzer die Tonspur eines Youtube-Videos als mp3 auf den eigenen PC laden und später beispielsweise auf dem Smartphone anhören können. Pro Tag kamen Millionen Nutzer auf die Webseite und konvertierten Clip um Clip, resümiert Philip Matesanz. Seiner Meinung nach war diese Dienstleistung völlig legal: Schließlich funktioniere sein Dienst wie eine Art digitaler Kassettenrekorder, mit dem man Musik aus dem Internet aufnehmen könne.

Der Konzern Google, der 2006 das weltweit führende Video-Portal Youtube.com übernommen hat, sieht das anders: In einem offiziellen Brief, einem so genannten „Associate Product Counsel“, wurde Philip Matesanz schriftlich aufgefordert, seine Dienste einzustellen. „Als ich der Aufforderung nicht nachkam, sondern um ein Gespräch bat, wurden meine Server gesperrt“, erklärt Matesanz. „Das heißt, ich hatte plötzlich keinen Zugriff mehr auf Youtube.“

In den meisten Fällen blockiert Google inzwischen den Konvertierungsdienst youtube-mp3.org. Dieser Screenshot zeigt die Seite, die Philip Matesanz 2009 online gestellt hat.

In den meisten Fällen blockiert Google inzwischen den Konvertierungsdienst youtube-mp3.org. Dieser Screenshot zeigt die Seite, die Philip Matesanz 2009 online gestellt hat.

Inzwischen können die meisten Youtube-Clips auch nicht mehr via Youtube-mp3.org konvertiert werden. „In 60 Prozent der Fälle wird der Dienst von Google blockiert“, so Matesanz.

Der 21-Jährige hat sich deswegen an die Öffentlichkeit gewandt. Vor wenigen Tagen stellte er eine Internet-Petition online, mit der er Google die Erlaubnis abtrotzen will, Rekorder zu gestatten, mit denen Youtube-Videos für die private Nutzung aufgezeichnet werden dürfen. Rund 700.000 Menschen haben die Petition bereits unterzeichnet. „Ich finde es deswegen doppelt schade, dass Google sich nicht gesprächsbereit zeigt“, formuliert Philip Matesanz, der sich in einem Kampf „David vs. Goliath“ wähnt. „Ich kann mir gut vorstellen, dass gar nicht Google selbst das Interesse hat, Konvertierungsdienste zu verbieten, sondern dass dahinter die Lobbyisten der Musikindustrie stecken“, spekuliert der Student.

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10 Kommentare zu "Student bekämpft Google: David gegen Googliath"

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  • Die Download- und Konvertierungssoftware von DVDVideosoft funktioniert mittlerweile auch nicht mehr. Selbst die verschiedenen Unblocker streiken.
    Das ist die Realisierung von ACTA - hintenherum!!!
    Und gleichzeitig ein verzweifelter Versuch der Rechtelobbyisten, sich ihre Millionen doch noch zu sichern.
    Das bedeutet aber auch höchste Gefahr für das ganze Internet! Wehret den Anfängen!

  • Welches Rechtsempfinden hat Google eigentlich? 
    Google scannt seit Jahren, gegen den Willen von Autoren und Verlagen, Buchinhalte und stellt diese bei Google Books. 
    Ein Bundesrichter in den USA hat hierzu entschieden, eine Sammelklage von Autoren und Fotografen gegen Google Books zuzulassen.
    Bei Youtube werden Musicvideos gezeigt, zu denen es mit der GEMA ebenfalls Rechtsstreitigkeiten gibt.
    Sollte Google nicht erst vor der eigenen Tür kehren, anstatt einen 21. jährigem Studenten mit Anwaltsschreiben einzuschüchtern?

  • oder den kostenlosen Converter installieren....


    http://www.dvdvideosoft.com/de/products/dvd/Free-YouTube-to-MP3-Converter.htm

  • Google ist nicht mehr was es mal war bzw. sein wollte.
    Die Bilder von Spielplatz-ähnlichen Arbeitsplätzen sind nichts weiter als PR-Maßnahmen. Google hat kein Gewissen und offenbar auch aufgrund seiner Übermacht keinerlei Interesse an einem Dialog zwischen sich und seinen Benutzern, die der Illusion verfallen sind, Google würde es gut meinen. Diese ganzen Bilder von Google sind nichts als Fassade. Fakt ist, dass Google mit euch Geld verdient. Ich würde mir wünschen es kämen noch mehr realistische Beiträge über Google. Google ist wie der Mann mit dem Lutscher, vor dem einen die Eltern als Kind gewarnt haben, zu dem man nicht gehen soll.

  • Ich habe selbst ebenfalls übelste Erfahrungen mit Google gemacht im Rahmen von AdSense, wo man mit Google sozusagen kooperiert. Google schuldet mir noch über 500 Euro, die mir ohne Angabe von echten Gründen verweigert werden, während Google natürlich den durch mich möglich gemachten Profit behält. Jeder hat sich an Google gewöhnt und ist froh es zu benutzen, doch hinter der Fassade sieht es anders aus. Google ist in jeder Hinsicht ein zutiefst unmoralisches Unternehmen, das seinen Sitz in den USA voll ausnutzt um gegen deutsche Sitten zu verstoßen. Das ist kein Scherz. Ich bin stinksauer.

  • Warum über youtube-mp3.org downloaden. Für den Browser Firefox gibt es doch das addon "Video DownloadHelper"
    Konvertierungsfunktionen sind gleich implementiert.

  • Ich finde Googles Haltung ist absolut nachzuvollziehen. Ich habe zwar keine aktuellen Zahlen im Kopf, aber meine mich zu erinnern, dass Youtube eher minus als plus einbringt.

    Wenn dann jemand anfängt die Sachen runterzuladen anstatt halt immer wieder bei Youtube zu klicken ist das natürlich nicht förderlich für das Geschäftsmodell.

    Ich denke das er sich nur wichtig machen will, was will er denn sagen wenn Google einem Gespräch zustimmen würde?

    Wenn es ihm nur um seine Seite geht, soll er halt einfach die Sperren umgehen wenn es denn so einfach ist und er rechtlich nichts zu befürchten hat!

    Ich denke es geht ihm eher um seine Werbebanner, die er sicherlich nicht umsonst auf seiner Seite hat.

  • Es ist wieder mal eine Frechheit wie ein Großkonzern einen "David" in die Knie zwingen will.
    Ich lade seit bestimmt 1-2 Jahren regelmäßig Lieder über diese Internetseite herunter, bzw. ich wandle sie ja nur um.
    Ich hoffe das die Petition etwas bewirkt und er sich nicht unterkriegen lässt. Ich freue mich schon wenn er sich seines Informatikwissens ans Werk macht und die Sperre Googles aufhebt.
    Deutsches Recht in Deutschland, wenn es kein Gesetzverstoß ist, dann Finger weg Google!

    MfG

  • Ist ein Mitschnitt einer Veröffentlichung für private Zwecke legal? Ganz klar: Ja!

    Hier wird das Recht gebeugt und illegale Selbstjustiz durchgeführt. Frei nach dem Motto: "Es ist zwar erlaubt aber wir teilen diese Rechtsauffassung nicht und machen unsere eigenen Gesetze."

    Stellen Sie sich vor, dass würde jeder machen! Dann hätten wir ganz schnell eine Anarchie in der jeder das Recht nach seinen Vorstellungen beugt und auslegt.

  • 700.000 Menschen und Google will kein Wort mit ihm sprechen?

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