Studie
3D-Begeisterung verfliegt schnell

3D-Brillen haben das Bild auf der Internationalen Funkaufstellung (Ifa) in Berlin bestimmt. Seit dem Kinoerfolg Avatar hofft auch die Fernsehbranche auf den nächsten großen Trend. Eine aktuelle Studie dämpft die Hoffnungen: Die Konsumenten sind überwiegend so lange vom 3D-TV begeistert, bis sie es selbst ausprobiert haben. In einem anderen Bereich hat 3D aber großes Potenzial.
  • 0

DÜSSELDORF. 3D ist bei weitem kein neuer Trend: Die Hochzeiten feierte der 3D-Film zu Beginn der 1950er Jahre. Damals machte den Kinos die Konkurrenz durch das Fernsehen zunehmend zu schaffen und das 3D-Kino war eine Möglichkeit der Abgrenzung.

Rund 60 Jahre später feiert die Technologie eine Wiederauferstehung: Der Filmerfolg von Blockbustern wie Avatar und Spy Kids 3D lässt auch in der Fernsehbranche Begehrlichkeiten aufkommen: Programmanbieter wie Deutsche Telekom und Sky Deutschland hoffen ebenso auf den Boom bei 3D-Fernsehern wie die Hersteller der TV-Geräten. Die großen TV-Hersteller Samsung, LG, Sony und Panasonic ließen keine Gelegenheit aus, zahlreiche Branchen-Messe mit 3D-Geräten zu überfluten. Auch die Hersteller von HD-Video-Camcordern sind bereits auf den Zug aufgesprungen.

Eine Studie des Marktforschungsinstituts Nielsen dämpft nun allerdings die Hoffnungen: Demnach sind Konsumenten überwiegend so lange von der neuen Technologie begeistert, bis sie sie ausprobiert haben. Nielsen befragte Konsumenten vor und nachdem die Marktforscher die Probanden ein 3D-Fernseher vorgeführt hatten, – und die Begeisterung ließ schnell nach.

Von den Befragten ohne 3D-Fernseherfahrung gaben vor dem 3D-Experiment 25 Prozent an, es sei "sehr wahrscheinlich", dass sie bei der nächsten Anschaffung eines Fernsehers ein 3D-Gerät wählen werden. Nach der 3D-Erfahrung brach die Zustimmung zu dieser Frage ein: Nur noch weniger als die Hälfte (12 Prozent) gaben an, sehr wahrscheinlich einen 3D-Fernseher kaufen zu wollen, nachdem ihnen das Gerät vorgeführt wurde. Auf der anderen Seite schlossen nach dem 3D-Experiment 30 Prozent der Befragten aus, einen 3D-Fernseher zu kaufen. Vorher waren es nur 13 Prozent.

Befragt nach den Gründen für die 3D-Abstinenz gaben 68 Prozent die hohen Kosten der Geräte an, 57 Prozent störte das Tragen der 3D-Brille und 44 Prozent bemängelten das geringe Angebot an 3D-Fernsehinhalten. Immerhin 57 Prozent gaben allerdings an, dass der 3D-Effekt sie als Teil der Handlung fühlen ließ.

Das eigentliche Potential der Technologie liegt der Studie allerdings auch ganz woanders: Unter Spielern von Videospielen sind 42 Prozent an Spielen in 3D interessiert, bei den regelmäßigen Gamern sind es sogar 71 Prozent.

Kommentare zu " Studie: 3D-Begeisterung verfliegt schnell"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%