Studie des Instituts für Strategieentwicklung: Vom Raubkopierer zum Kunden

Studie des Instituts für Strategieentwicklung
Vom Raubkopierer zum Kunden

Illegal kopierte Programme sind ein Problem für die Softwareindustrie. Eine Studie empfiehlt daher Raubkopierer gezielt anzusprechen und dadurch zu Kunden zu machen.

hiz DÜSSELDORF. Im Auftrag von Microsoft hat das Institut für Strategieentwicklung der Universität Witten/Herdecke eine Studie zu dem Thema "Digitale Mentalität" erarbeitet. Die Studie sucht nach neuen Lösungsansätzen im Umgang mit Raubkopierern. Die illegale Kopie von Softwareprodukten ist nicht nur für Microsoft ein wachsendes Problem. Eine IDC-Studie vermutet dadurch einen weltweiten Umsatzverlust von 29 Milliarden Dollar allein im Jahr 2003.

Gegenstand der Untersuchung waren PC-Nutzer, die im privaten Umfeld oder in Unternehmen unrechtmäßige Kopien von Software herstellen und benutzen. Dabei richtet sich der Blick in erster Linie auf die vorherrschende Mentalität im Umgang mit geistigem Eigentum, das in digitaler Form vorliegt. Die Mannschaft um Prof. Dr. Dirk Baecker befasste sich mit den Hintergründen, die zu der Raubkopierermentalität führen. Dabei stellten die Wissenschaftler fest, dass die meisten Raubkopierer wissen, dass sie eine Straftat begehen. Dieses Bewusstsein hat jedoch nur geringen Einfluss auf das tatsächliche Verhalten.

Die Studie unterscheidet innerhalb der bisher anonymen Masse der Raubkopierer mehrere Gruppen: "PC-Freaks", "Hobby-User", "Pragmatiker" und "PC-Profis". Zudem wird der Softwareindustrie ein Strategiewechsel empfohlen. Durch eine Differenzierung in diesen Gruppen sei es eher möglich, Raubkopierer gezielt anzusprechen und aus ihnen sogar Kunden zu machen. Mit dieser Strategie, so die Meinung der Forscher, könne auch die Rate der Raubkopien erheblich gesenkt werden. Dazu müsse die Softwareindustrie allerdings in Vorleistung gehen. "Die Softwareindustrie sollte ihren Umgang mit dem Problem aktiv gestalten und in Bezug auf ihre potenzielle Kundengruppe ehemaliger Raubkopierer eine differenzierte Kommunikation entwickeln" erklären Manuel Dolderer und Hergen Wöbken vom Wittener Institut für Strategieentwicklung.

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