Studie erforscht Massenmails Wirtschaftsmodell Spam

Ein Team von US-Informatikern hat erforscht, ob sich mit Massenmails tatsächlich Geld verdienen lässt. Um ihre Studien durchzuführen, gingen die sieben Wissenschaftler zeitweise selbst unter die Spammer.
  • Werner Pluta
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Spam hat inzwischen auch Eingang in die Kunst gefunden. Das Bild zeigt ein Ausstellungsobjekt im Spam-Museum in Austin. Foto: ap Quelle: ap

Spam hat inzwischen auch Eingang in die Kunst gefunden. Das Bild zeigt ein Ausstellungsobjekt im Spam-Museum in Austin. Foto: ap

(Foto: ap)

BERLIN. Spam ist eine Pest, der kaum ein Internetnutzer entgeht. Kein Tag, an dem nicht mindestens eine Mail im Postfach landet, in der Produkte angepriesen werden, die auf die eine oder andere Weise zur Pflege männlicher Körperteile dienen sollen. Aber lässt sich mit solchen lästigen Massenmails tatsächlich so viel Geld verdienen, dass es sich lohnt, sich die Internetnutzer der ganzen Welt zum Feind zu machen? US-Wissenschaftler sind dem Wirtschaftsmodell Spam auf den Grund gegangen.

Nur ein verschwindend geringer Prozentsatz der Empfänger geht auf die zweifelhaften Angebote ein: Auf 12,5 Millionen versandter Spammails kommt nur eine Bestellung, fand das Team aus sieben Forschern um Stefan Savage heraus. Das entspricht einer Erfolgsquote von weniger als 0,00001 Prozent. Doch angesichts der Masse an versandten Mails scheint sich mit diesem Geschäft dennoch Geld verdienen zu lassen.

Um diese Studie durchführen zu können, waren die Informatiker der Universitäten in Berkeley und San Diego selbst unter die Spammer gegangen: Anfang 2008 verschafften sie sich Zugang zum Botnetz "Storm" und verschickten Spammails über knapp 76.000 infizierte Rechner. Die beste Möglichkeit, Spam zu messen, sei, selbst zum Spammer zu werden, begründen die Forscher ihr ungewöhnliches Vorgehen in einem wissenschaftlichen Aufsatz.

Zwei Arten von Spammails verschickten sie im Dienste der Wissenschaft: Eine, die simuliert, wie über das Storm-Netz Malware verteilt wird, und eine, in der vermeintlich über eine Onlineapotheke Medikamente wie Viagra angeboten wurden. Knapp vier Wochen lang überschwemmten sie das Netz mit rund 470 Millionen Mails, der Großteil davon Werbung für die Produkte der eigens aufgesetzten Onlineapotheke.

Das Ergebnis sieht auf den ersten Blick mager aus: Nach 26 Tagen und fast 350 Millionen E-Mails verzeichneten die Forscher nur 28 Verkäufe im Wert von je rund 100 US-Dollar. Insgesamt hätten die Forscher 2 731 US-Dollar eingenommen. Allerdings erhielten die Käufer, wenn sie versuchten, ihre Bestellung bei vermeintlichen Onlineapotheken zu bestätigen, eine Fehlermeldung.

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