Studie
Online-Käufer verlassen sich auf Urteil der anderen

Deutsche Online-Shopper lesen gerne die Einkaufstipps anderer Nutzer. Ihre eigenen Erfahrungen beim Internet-Einkauf stellen sie dagegen höchst selten ins Netz, wie eine Studie zeigt. Der Leidtragende ist aber weniger der Konsument, sondern eher der Händler.

ert DÜSSELDORF Mehr als 80 Prozent der Internetnutzer gehen aktiv auf Suche im Netz, um die besten Produkte, Preise oder Verkaufsportale ausfindig zu machen. Über 60 Prozent haben dafür sogar Newsletter abonniert. Im Gegenzug ist aber nicht einmal die Hälfte bereit, ihre Einkaufserfahrungen mit anderen zu teilen. Das sind die zentralen Ergebnisse der Trendumfrage von Novomind unter den Lesern von Handelsblatt.com und Wiwo.de.

Ähnlich sieht es bei konkreten Empfehlungen wie Rezensionen oder Produktberichten aus: Drei von vier Online-Einkäufern lesen zwar zumindest gelegentlich Einschätzungen anderer Kunden. Eigene Kauftipps schreibt aber nur ein Fünftel.

Vor allem Frauen nutzen gerne das Informationsangebot. 90 Prozent der befragten weiblichen Online-Konsumenten informieren sich vor dem Kauf ausführlich über Portale und Plattformen. Fast 60 Prozent stellen allerdings kein eigenes Lob oder eigene Kritik ins Netz. Männer sind da mitteilsamer: Von teilen 48 Prozent ihre Erfahrungen mit anderen Nutzern.

„Es ist nunmal so, dass nur eine Minderheit bereit ist, Zeit und Mühe zu investieren, ohne dafür einen direkten Mehrwert zu bekommen“, sagt Peter Wiedekamm, Vorstand von Novomind. „Gerade diese Minderheit ist aber für Online-Händler interessant, da sie einen Hebel darstellen.“ Käufer können in Webshops die Produkte nicht in Natur anschauen. „Unabhängige Bewertungen eines Produktes gleichen dieses Manko aber aus“, sagt Wiedekamm. Die Internt-Verkäufer sollten daher Rezensenten ernst nehmen und diesen Kundenkreis besonders pflegen.

Ablehung bei der Jugend

Ein überraschendes Ergebnis der Studie ist, dass vor allem junge Nutzer den Einkauf in einer virtuellen Welt in der Art von „Second Life“ ablehnen. Rund 62 Prozent der Surfer unter 20 ziehen beim Online-Einkauf herkömmliche Navigationselemente vor und halten nichts von „künstlichen Beratern“, auch Avatare genannt. Ältere Internet-Kunden zeigen sich da offener. Bei den 30 bis 50-Jährigen lehnen im Schnitt nur rund 35 Prozent einen Einkauf in einem virtuellen Laden ab. „Die ganz Jungen haben bereits einen anderen Umgang mit Medien gelernt“, erläutert Wiedekamm. Die Älteren würden sich dagegen lieber von einer vermenschlichten Form der Navigation, wie eben von einem Avatar, leiten lassen.

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