Studien zeigen: Online-Angebote bedrohen klassische Vertriebswege nur wenig: Keine Angst vor Kannibalismus

Studien zeigen: Online-Angebote bedrohen klassische Vertriebswege nur wenig
Keine Angst vor Kannibalismus

Macht das Internet Zeitungsverlagen, Plattenfirmen und anderen das Geschäft kaputt? Wissenschaftler geben Entwarnung: Die Gefahr, sich durch Online-Angebote selbst zu kannibalisieren, ist geringer als vielfach angenommen, zeigen Studien.

Der Aufsatz hatte einen harmlosen Titel – der Inhalt aber löste in der Musikindustrie ein mittleres Erdbeben aus. Unter der Überschrift „Thoughts on Music“ machte sich Apple-Chef Steve Jobs Anfang Februar in einem auf der Apple-Webseite veröffentlichten Essay dafür stark, dass Musik im Internet künftig ohne Kopierschutz verkauft werden soll. Denn der Kopierschutz mache den ehrlichen Käufern das Leben schwer, ohne die Raubkopierer ernsthaft zu behindern. Eine Idee, gegen die sich die führenden Musikverlage bislang mit Händen und Füßen wehren – aus Angst, dass dann ihr gesamtes Geschäftsmodell in sich zusammen bricht.

Mehrere neue wissenschaftliche Forschungsarbeiten sprechen dafür, dass Apple-Chef Jobs mit seiner Argumentation Recht haben könnte. Die Untersuchungen, die jüngst in renommierten wirtschaftswissenschaftlichen Fachzeitschriften erschienen sind, kommen sowohl für Zeitungsverlage als auch für Plattenfirmen zu dem Schluss: Die Gefahr, neue Angebote im Internet die Gewinne der Anbieter traditioneller Produkte ernsthaft beschädigt, scheint gering zu sein.

Die entscheidende Frage, die Ökonomen in Studien zu dem Thema beantworten müssen, ist: Werden die Produkte über die verschiedenen Kanäle komplementär nachgefragt, oder ersetzt das eine Produkt das andere? Eine verlässliche Antwort darauf zu geben ist schwierig. Rein deskriptive Analysen sagen nämlich wenig aus. So kann man aus der Tatsache, das die Nutzer von Internet-Angeboten auch diejenigen sind, die besonders häufig Zeitungen oder CDs kaufen, wenig ableiten. Schließlich kann dies auch einfach daran liegen, dass diese Menschen ein besonders hohes Interesse an Nachrichten oder Musik haben, egal in welcher Form. Für eine seriöse Antwort auf die Frage, ob Menschen durch die Nutzung von Internet-Angeboten „offline“ weniger Geld für ähnliche Produkte ausgeben, braucht es die die Kreativität und Know-how von Spitzenökonomen.

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