Stumbleupon
Ebay kauft alternative Suchmaschine

Mit dem Kauf der Social-Networking-Seite Stumbleupon verstärkt das Internetauktionshaus Ebay sein Engagement im Bereich der alternativen Suchmaschinen. Der Neuerwerb ist quasi die Reinkarnation der traditionellen Suche.

pos DÜSSELDORF Der Kaufpreis für das Startup-Unternehmen Stumbleupon mit rund 2,3 Millionen Nutzern liegt bei 75 Mill. Dollar, teilte Ebay im kalifornischen San Jose mit. Das Unternehmen soll eigenständig operieren, heißt es. Die Akquisition werde keinen direkten Einfluss auf die aktuelle Gewinn- oder Umsatzsituation haben. Michael Buhr, Senior Director bei Ebay, soll die Geschäftsführung bei dem Start-Up übernehmen.

Der Neuerwerb (» www.stumbleupon.com) ist quasi die Reinkarnation der traditionellen Suche, bevor es überhaupt Suchmaschinen gab. Da surfte man ziellos Links-anklickend durch das Internet, von einer Seite auf eine andere, um über irgendwelche interessanten Inhalte zu stolpern (stumble upon). Die wiederum teilte man dann mit Freunden.

Heute präsentiert das 2001 in San Francisco gegründete Unternehmen Stumbleupon Webseiten, Videos oder sonstige Internet-Inhalte, die von seinen Mitgliedern eingestellt, empfohlen und bewertet worden sind. Die Vorlieben und Relevanzkriterien der anfragenden Nutzer werden dabei ebenfalls gespeichert. Durch diese Lernfähigkeit soll die Treffergenauigkeit erhöht werden. Der Begriff, nach dem gesucht wird, wird dann nicht mehr nur mit der Datenbank verglichen, sondern auch mit den gespeicherten Relevanzkriterien, um die Rangliste der Ergebnisse zu verbessern. Die ausschließliche oder teilweise Bewertung und Katalogisierung des Internets durch eine große Nutzergemeinschaft gilt derzeit als der erfolgversprechendste Ansatz, um bekannte Probleme klassischer Suchmaschinen anzugehen, deren Ergebnislisten oft von Dritten durch gezielte „Optimierungen“ im Sinne einzelner Unternehmen geschönt werden. Für den Nutzer verlieren sie dadurch aber an Wert. Alle Suchmaschinen wie Google, Yahoo oder Ask halten daher ihre genauen Suchalgorithmen und Ranking-Kriterien streng geheim und ändern sie von Zeit zu Zeit.

Der Gedanke der menschlichen Suchmaschine geht davon aus, dass „Schrottergebnisse“ von der Gemeinschaft früher oder später ausgefiltert werden. Vor allem die so genannten Bookmark-Services wie del.icio.us (» del.icio.us), das Ende 2005 vom Webportal Yahoo gekauft wurde, Mr. Wong (www.mister-wong.de) oder Newcomer wie Shadows (» www.shadows.com) versuchen mittlerweile, ganze Web-Gemeinschaften rund um ihre Dienste aufzubauen. Zum Beispiel werden die Stichworte der Nutzer abgeglichen, um Mitglieder mit vergleichbaren Interessen bekannt zu machen oder Freundeskreise zu eröffnen.

Das Problem der Social Bookmarking-Dienstleister liegt in der Freiwilligkeit der Mitarbeit und der Attraktivität für die Nutzer: Teilen zu wenige Websurfer ihre Internetlinks mit anderen oder findet keine gute Kennzeichnung („Tagging“) statt, fallen die Suchergebnisse entsprechend mager aus.

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