Stuxnet und Co
Der Cyberkrieg kann zum Bumerang werden

Die USA und Israel haben die Cyber-Waffe Stuxnet entwickelt. Doch Flame und Stuxnet befielen auch Rechner außerhalb des Irans. Die Regeln des Cyberkriegs sind tückisch.
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WashingtonWährend die Welt darüber spekuliert, ob die US-Regierung hinter dem Spionage-Virus "Flame" steckt, haben US-Behörden amerikanische Unternehmen vor dem Virus gewarnt. Zwar ist bislang unklar, wer "Flame" in Umlauf gebracht hat. Ausgehend von der Annahme, dass die USA oder der Geheimdienst eines anderen westlichen Staats die Urheber sind, verdeutlicht der Fall die Gefahr, dass als Waffe für den Cyberkrieg entwickelte Software wie ein Bumerang zurückkommen und die eigenen Reihen treffen kann.

Anders als eine abgefeuerte Kugel oder eine Rakete, verbreiten sich Cyberwaffen auf teils unvorhergesehenen Wegen im grenzenlosen Internet. Damit können sie auch Computer befallen, die gar nicht Ziel des eigentlichen Angriffs waren.

Die Einsatzmöglichkeiten von Cyberwaffen und ihre Auswirkungen sind größtenteils noch unerforscht. Angreifer können bei Attacken aus den Weiten des Internets ihre Herkunft verschleiern oder es sogar so aussehen lassen, als wäre ein Unbeteiligter der Urheber. Damit wird es schwierig, ein Ziel für einen Vergeltungsangriff auszumachen.

Viren, Würmer oder andere Schadprogramme nutzen Sicherheitslücken in kommerzieller Software aus. Aber es ist schwierig, einen Angreifer so zu programmieren, dass er auf Dauer erfolgreich ist, weil die Nutzer Sicherheitslücken durch Updates schließen oder die Computer hinter einer Firewall in Sicherheit bringen können.

Offene Struktur des Internets begünstigt Verbreitung

Im Internet, wo jeder Computer mit jedem verbunden ist, können auf ein bestimmtes Ziel gerichtete Angriffe unerwartet auf andere Computer überspringen. Ob sich eine Cyberwaffe als Bumerang erweist, hängt nach Ansicht von Computersicherheitsexperten maßgeblich davon ab, mit welchem Aufwand sie programmiert wurde. Was "Flame" angeht, herrschen da unterschiedliche Auffassungen.

Das russische Computersicherheitsunternehmen Kaspersky Lab, das den Virus als erstes entdeckte, erklärte, die Komplexität und Funktionalität von "Flame", "übertrifft die von allen anderen bislang bekannten Cyberschädlingen". Es bestehe kein Zweifel, dass eine Regierung die Entwicklung gefördert habe. Allerdings bleibt weiter unklar, wer "Flame" geschrieben hat, weil sich im Code keine Hinweise auf den Autor entdecken lassen.

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Neuer Schädling aus alten Bauteilen

Kommentare zu " Stuxnet und Co: Der Cyberkrieg kann zum Bumerang werden"

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  • "Cyber-Krieg als "saubere" und unblutige Alternative zum herkömmlichen Bombenkrieg gebe ich ohne Nachdenken den absoluten Vorzug."

    Dann denk lieber nochmal nach,
    eine großflächige, langfristige Abschaltung von Wasser und Strom würde auf Dauer mehr Tote zur Folge haben.
    Natürlich nicht durch Bomben sondern "nur" durch Seuchen, Hunger usw., was auch Begleiterscheinungen herkömmlicher Kriegsführung ist, jedoch viel weitläufiger da im Cyberkrieg wohl gleich das ganze Land abgeschaltet wird. Im Traditionellen müssen dagegen Prioritäten gesetzt werden und es sind "nur" einige so hart betroffen.
    Ausserdem ist die Gefahr eben das die Schadprogramme Ziele angreifen die sie nicht angreifen sollten.
    Ach und mal ganz abgesehen das durch die niedrige Hemmschwelle einen Execute-Button zu drücken, als einen Krieg zu beginnen, ein Cyberangriff wohl eher eingesetzt wird...mit genannten blutigen Folgen.




    Unvorhersehbarkeit.

  • Der Cyberkreig funktioniert OFFLINE - die Rocjker tigern nächtelang mit der Ankündigung dich umbringen zu wollen vor deinem Haus raum.

  • Cyber-Krieg als "saubere" und unblutige Alternative zum herkömmlichen Bombenkrieg gebe ich ohne Nachdenken den absoluten Vorzug.

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