Suchmaschinen-Ranking
Google bestraft schlechte Händler

Wer seine Kunden schlecht behandelt, wird häufiger verlinkt, rückt damit in Googles Suchergebnissen nach oben und macht mehr Geschäfte. Damit diese Taktik künftig keinen Erfolg mehr haben kann, hat Google seinen Suchalgorithmus geändert.
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BERLIN. Mehr schlechte Bewertungen bedeuten mehr Geschäft, so lautete offenbar die Devise von DecorMyEyes.com. Denn je mehr über das Unternehmen im Internet geredet wird, desto besser werden die eigenen Seiten in Google platziert. Laut New York Times nahm das Gebaren von DecorMyEyes.com extreme Formen an, bis hin zu wüsten Beschimpfungen und Drohungen von sexueller Gewalt gegen Kundinnen.

Aufgeschreckt durch diesen Bericht der New York Times hat Google seinen Suchalgorithmus angepasst, nicht nur, um das Vorgehen von DecorMyEyes.com zu unterbinden. DecorMyEyes.com gezielt abzuwerten, wäre einfach gewesen, hätte aber das Problem insgesamt nicht gelöst. Google setzt bekanntlich auf algorithmische statt manuelle Lösungen.

Im konkreten Fall bedeutet dies, Google hat seinen Algorithmus so angepasst, dass DecorMyEyes.com zusammen mit einigen hundert weiteren Händlern, die eine schlechte "User-Experience" bieten, erkannt wird. Wie diese Erkennung genau funktioniert, verrät Google zwar nicht, erklärt aber, wie die Erkennung nicht funktioniert.

Eine Stimmungsanalyse, die negative Kommentare erkennt und in eine schlechte Bewertung übersetzt, kommt nicht zum Einsatz. Im konkreten Fall hätte dies nicht geholfen, argumentiert Google. Zwar wurde DecorMyEyes.com von Beschwerdewebseiten häufig verlinkt, die Links wurden aber als Nofollow markiert, so dass sie keine oder zumindest eine geringe Auswirkung auf die Positionierung in den Suchergebnissen haben. Die wertvollsten Links auf DecorMyEyes.com kamen hingegen von Medienwebseiten, die wie beispielsweise die New York Times in neutralem Ton über das Unternehmen beziehungsweise im Fall von Bloomberg über eine Klage gegen das Unternehmen berichtet haben. Eine Stimmungsanalyse hätte hier versagt, so Google.

Allerdings verrät Google fast nebenbei, dass das Unternehmen dennoch an Algorithmen zur Stimmungsanalyse arbeitet beziehungsweise untersucht, wie diese sinnvoll eingesetzt werden könnten. Würde die Suchmaschine nämlich Webseiten abwerten, die negativ kommentiert werden, würden beispielsweise die Webseiten vieler gewählter Politiker kaum mehr bei Google zu finden sein. Bislang habe man keinen effektiven Weg gefunden, um eine Stimmungsanalyse einzusetzen, arbeite aber weiter daran, so Google.

Bislang nicht genutzt, aber noch nicht vom Tisch, ist die Idee, Bewertungen und Kommentare zu Händlern in den Suchergebnissen anzuzeigen. Diese würden zwar weiterhin in den Suchergebnissen erscheinen, Nutzer würden aber gegebenenfalls gewarnt.

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