Supercomputer
Schneller rechnen als je zuvor

IBM arbeitet am einem Computer, der alle bisherigen Superrechner an Leistung weit übertrifft: „Sequoia“ soll bald 20 Billiarden Rechenschritte pro Sekunde schaffen. Die gigantische Rechenleistung soll unter anderem die Simulation von Atomwaffentests ermöglichen.
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DÜSSELDORF. Die Welt habe einen Bedarf von vielleicht fünf Computern, soll der frühere Vorstandsvorsitzende von IBM, Thomas J. Watson (1874-1956), einmal gesagt haben. Was würde er wohl von der aktuellen Computerentwicklung halten? Inzwischen gehen jedes Jahr weltweit Millionen von Rechnern über die Ladentische. Würde man diese Rechenleistung bündeln, hätte man einen veritablen Supercomputer beisammen.

Einen solchen Riesenrechner plant IBM mit dem Projekt „Sequoia“. Der Supercomputer soll mit seiner Leistungssteigerung allerdings alles Bekannte in den Schatten stellen: Er soll der erste Rechner werden, der die 20-Petaflop-Marke erreicht. Das sind nicht weniger als 20 Billiarden Rechenschritte pro Sekunde.

Der zurzeit schnellste Rechner der Welt, der „Roadrunner“, schafft gerade mal einen Petaflop pro Sekunde und würde durch „Sequoia“ zum weltweit schnellsten Taschenrechner degradiert werden. Der Superrechner würde sogar mehr Rechenleistung aufbringen als die derzeit 500 schnellsten Supercomputer der Welt zusammen. Um an die Ergebnisse zu gelangen, die „Sequoia“ an einem Tag berechnet, müssten sechs Milliarden Menschen ganze 1 000 Jahre lang mit Taschenrechnern rechnen, rechnet IBM vor – ein Szenario, das zu Watsons Zeit als wilde Fiktion für ordentlich Furore gesorgt hätte.

Die Nationale Dienststelle für Nukleare Sicherheit, ein Teil des Energieministeriums der Vereinigten Staaten, will das System „Sequoia“ schon im Jahr 2012 in Betrieb nehmen. Dann sollen in 96 kühlschrankgroßen Gehäusen, sogenannten Racks, 1,6 Millionen IBM-Power-Prozessoren Platz finden. Der Superrechner wird 1,6 Petabyte Arbeitsspeicher haben, das wären 16 Gigabyte pro Knoten. Zum Vergleich: Ein herkömmlicher Rechner arbeitet mit zwei bis vier Gigabyte.

Bisher ist noch nicht genau bekannt, wie viel Strom der „Sequoia“ verbrauchen wird. Laut IBM wird er aber auch in diesem Bereich neue Maßstäbe setzen. Er soll der erste Rechner der Welt sein, der eine Effizienz von 3 050 Rechenschritten pro Watt erreicht.

Eine solche Leistungsexplosion sei zwingend notwendig, wenn die USA weiter international mithalten wollten, glaubt man beim US-Council on Competitiveness, einem unabhängigen Gremium, das sich mit der globalen Wettbewerbsfähigkeit auseinandersetzt: „Ein Land, das aus dem globalen Wettbewerb als Gewinner hervorgehen will, wird auf die Leistungsfähigkeit von Supercomputern setzen. Amerika muss seine Innovationsdichte steigern, indem die Möglichkeiten seiner führenden Rolle im High Performance Computing ausgeschöpft werden“, heißt es in einer Erklärung des Gremiums.

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