Systeme überzeugen mit niedrigen Kosten
Freie Software ist nicht mehr zu bremsen

Der Siegeszug der freien Software in Unternehmen und Behörden scheint unaufhaltsam. "Fast sämtliche Software, unabhängig davon, ob sie auf PCs oder Servern läuft, gibt es mittlerweile als freie Linux-basierende Programme ohne patentrechtliche Auflagen", sagt Markus Tesmer, Team Manager Open Source Services beim international tätigen IT-Dienstleister Unilog Avinci.

DÜSSELDORF. Selbst komplette prozessflussorientierte Architekturen könnten mit freier Software gestaltet werden. Der zentrale Vorteil der Programme: Sie können von den Anwendern im Gegensatz zu patentrechtlich geschützten Programmen beliebig verändert, angepasst und weitergereicht werden. Lediglich in manche Spezialgebiete sei das freie Softwareangebot, das eifrig im Hintergrund von einer globalen Entwicklungsgemeinschaft ausgebaut wird, noch nicht vorgedrungen, so Tesmer.

Nach Untersuchungen der Marktforscher von IDC liefen 2004 rund 12 Prozent der Server unter Linux, 2009 sollen es bereits 29 Prozent sein. Für die komplette Einsatzbreite - Desktops, Server und Software-Pakete - veranschlagt das Marktinstitut mehr als eine Umsatzverdopplung von 15 Milliarden Dollar in 2005 auf 35 Milliarden Dollar in 2008. In zwei Jahren sollen laut IDC bereits 42,6 Millionen PCs mit dem Open-Source-Betriebssystem Linux ausgestattet sein.

Vor allem die wesentlich niedrigeren Kosten der Software aus der offenen Bezugsquelle kommen immer besser an. Zahlreiche Programme auf Linux-Basis sind zum Nulltarif zu haben. Und das Preisniveau der übrigen Software liegt meist deutlich unter dem vergleichbarer Produkte aus den klassischen Softwareschmieden. Nach der Installation zieht die freie Software in der Regel auch geringere Pflege- und Aktualisierungskosten nach sich; außerdem sind die anfallenden Verwaltungkosten deutlich niedriger, da es keine patentrechtlichen Auflagen gibt.

"Komplettservice für etwas mehr als 230 Euro jährlich"

Der Linux-Anbieter Red Hat offeriert einen Linux-Server-Support, zahlreiche kostenfreie Programme eingeschlossen, beispielsweise schon für knapp 2000 Euro im Jahr. "Den dazu passenden Komplettservice für den Linux-PC einschließlich der unentgeltlichen Bürokommunikations-Softwarepakete gibt es bei uns für etwas mehr als 230 Euro jährlich", sagt Dirk Kissinger, Marketing-Manager Red Hat. Zum Vergleich: Das ist weniger, als Microsoft pro Arbeitsplatz nur für die PC-Bürokommunikations-Software Office 2003 Professionell mit 349 Euro in Rechnung stellt.

Mathias Hein, IT-Berater in Wuppertal, zieht einen direkten Kostenvergleich auf Jahresbasis einschließlich sämtlicher Supportleistungen bei gleicher Softwareausstattung. "Die Microsoft-Windows-basierende Lösung fällt sowohl für den Server als auch für den Desktop zweieinhalb- bis dreimal so teuer aus", so sein Resümee. IDC geht davon aus, dass auch noch im Jahr 2008 ein Windows-Server ohne Anwendungsprogramme darauf noch doppelt so teuer sein wird wie ein vergleichbarer Linux-Server.

Umfassende Unterstützungsleistungen wichtiger Hersteller machen die freie Software in den Unternehmen und Behörden zusätzlich hoffähig. Ein professioneller Server-Support wird längst auch von Firmen wie IBM, Hewlett-Packard, Dell und Fujitsu Siemens vermarktet. Andere namhafte Anbieter wie Oracle, Bea, Borland und SAP bieten ihr komplettes Softwareangebot auch für Linux-Server an. Zusätzlich sprechen oft auch die immer höheren Sicherheitsauflagen in Unternehmen und Behörden für die freie Software. Schließlich haben Anwender in Regel uneingeschränkten Einblick in den Quellcode - viele professionelle Nutzer verlangen diese Transparenz, um vor Hintertüren und Spionagefallen gefeit zu sein.

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