T-Systems-Chef Clemens
„Bei allen Firmen hat es schon mal geknallt“

Hunderttausende Angriffe – jeden Tag. T-Systems-Chef Reinhard Clemens glaubt, dass jedes Unternehmen schon mal Ziel von Hackern war. Im Interview spricht er über die Gefahren des Internets und wie man sich wehren kann.
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BerlinHerr Clemens, die Deutsche Telekom hat den Sicherheitsgipfel der Unternehmen mitinitiiert, worum soll es dabei gehen?

Clemens: „Das große Thema ist, dass wir uns in der Wirtschaft untereinander besser und stärker koordinieren, vielleicht auch mit der Regierung zusammen. Ich bin überzeugt, dass wir dafür nicht mehr Regulierung brauchen. Sondern wir wollen schauen, was wir als Industrievertreter gemeinsam tun können, um besser abgestimmt zu agieren. Wie begegnen wir Angriffen aus dem Netz? Wie tauschen wir uns besser aus? Wie lernen wir voneinander? Und was können wir verbessern? Mit diesem Gipfel bringen wir erstmals nicht die Fachleute zusammen, sondern die Unternehmenschefs.“

Und wie wollen sie das herausfinden?

Clemens: „Wir werden einen Angriff simulieren und dann diskutieren, wie die beste Reaktion darauf aussieht. Schaltet man die Netze ab? Informiert man die Öffentlichkeit - oder schadet das? Ist es besser, alles geheimzuhalten? Und wir wollen uns dann die Frage stellen, was kann die Wirtschaft aktiv dagegen tun? Hier verspreche ich mir schon einiges - einfach aus der Notwendigkeit heraus, dass wir zu gemeinsamen Aktionen kommen. Der Sicherheitsgipfel ist keine Verkaufsveranstaltung.“

Ist es eines dieser Probleme, bei denen das Bewusstsein erst steigt, wenn es richtig geknallt hat?

Clemens: „Ich glaube, dass es bei allen Unternehmen schon mal irgendwo geknallt hat. Wir haben bei uns im Netz der Telekom 55 sogenannte Honeypots aufgestellt, das sind Lockfallen, die nach draußen aussehen, als könne man dort Daten abgreifen. Vor zwei, drei Jahren waren es zunächst 15.000 Angriffe pro Monat. Jetzt sind es bis zu Hunderttausenden - jeden Tag. Nicht nur die Zahl der Angriffe steigt. Gleichzeitig sehen wir auch, dass die Attacken professioneller werden.“

Was lernen Sie über die Gegenseite?

Clemens: „Man hat ja dieses Bild im Kopf von einem Hacker, der öffentlichkeitswirksam versucht, irgendwo einzubrechen. In der Industrie laufen diese Angriffe anders ab. Die Angreifer versuchen eher, unentdeckt zu bleiben und Daten abzuziehen. Die großen Konzerne, die Dax-Unternehmen, investieren alle genug in Sicherheit - auch wenn man selbst dann keine 100-prozentige Garantie haben kann. Aber der Mittelstand, der kann gar nicht so viel machen wie die ganz Großen. Den kleineren Unternehmen fehlen dafür die Mittel. Aber gerade der deutsche Mittelstand entwickelt viele Innovationen und ist Rückgrat der Wirtschaft.“

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Kommentare zu " T-Systems-Chef Clemens: „Bei allen Firmen hat es schon mal geknallt“"

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  • soviel zur neueren qualität der berichterstattung des handelsbletts,herrn steingart seis gedankt

    selbstverständlich kann man von so patzern nicht auf den inhalt schließen.

    es kann ja nicht alles falsch sein

  • Guten Tag, bitte die Überschrift anpassen: Andrej Sokolov ist der dpa-Journalist aus der Redaktion Netzwelt, nicht der T-Systems-Chef. Letzterer heißt Reinhard Clemens. Gruß
    S. König, Pressestelle Dt. Telekom

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