Talfahrt der Branchen-Umsätze
Hintergrund: Legale und illegale Musik im Internet

Die Musikindustrie beklagt seit rund einem Jahrzehnt die Talfahrt ihrer Umsätze. Den Hauptgrund sieht die Branche in der illegalen Verbreitung von Musik über das Internet.

dpa HAMBURG. Zwar gibt es inzwischen mit Musicload, Napster oder iTunes eine Reihe legaler Angebote im Netz, trotzdem spricht der Deutsche Phonoverband immer noch von insgesamt 384 Mill. illegalen Musikdownloads im Jahr 2006.

Ihren Anfang nahm die „Internet-Piraterie“ Ende der 90er Jahre, als die Musiktauschbörse Napster an den Start ging. Mit einer neuen, innovativen Technik ließen sich dort erstmals Songs in kleinen MP3- Päckchen über das Internet austauschen. Das neue Musik-Format MP3 hatte Anfang der 90er die Fraunhofer Gesellschaft entwickelt und zum Patent angemeldet. Da über die Plattform vorwiegend urheberrechtlich geschützte Musik ohne Erlaubnis der Plattenfirmen getauscht wurde, entwickelte sich Napster schnell zum großen Schrecken der Industrie. In langjährigen Prozessen wurde die Tauschbörse am Ende gezwungen, zu schließen. Unter dem Namen Napster gibt es heute eine Plattform für den legalen Download von Musik.

Während damals das Herunterladen eines einzelnen Musikstückes über Napster noch Stunden in Anspruch nehmen konnte, gibt es inzwischen eine Reihe neuer, so genannter Peer-to-Peer-Netzwerke, über die selbst ganze Spielfilme in kurzer Zeit übermittelt werden können. Unmittelbar nach dem Ende von Napster hatten bereits Plattformen wie Gnutella, Kazaa oder edonkey und später Bittorrent mit zum Teil deutlich verbesserter Technologie dessen Platz eingenommen und den Tauschhandel weiter ausgebaut.

Mit dem Aufbau legaler Musikangebote im Netz hat sich die Industrie allerdings bis heute schwer getan. Für eine legale Plattform war die Klärung der Rechte und Lizenzen sowie die Kooperation mit den Plattenfirmen über Jahre oft ein kaum zu überwindendes Hindernis. Schließlich hatte es der Computer- und ipod- Hersteller Apple überraschend geschafft: Für seinen 2003 gestarteten iTunes Music Store gelang es Apple-Chef Steve Jobs, mit den großen Musikkonzernen Vereinbarungen für den Online-Verkauf von Songs und Alben zu schließen. Die Plattenfirma EMI überzeugte Jobs zuletzt sogar davon, auf einen Kopierschutz (DRM) der online vertriebenen Musik zu verzichten. Solche DRM-Systeme schränken die Nutzung der gekauften Songs zum Teil erheblich ein.

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